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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 129

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
Date
1853-01-01
Page
Seite 129 (sequence 9)
Language
German
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Dic Geschichte der Nicdcrlaffung der Jude» in Holland!e. 129 Alle bisher in Holland angclangtcn Inden der pyrcnäischcn Halbinsel kamen direct aus Portugal; aus Spanien Ankominende wagte man noch nicht aufzunehmcn. Zehn spanische Inden, die 1602 oder 1604 zu Emden auf zwei reichbcladenen Schiffen angelangt ivaren, wurden von dem dortigen Rabbiner Uri Levi brüderlich empfangen und alsdann nach Amsterdam befördert; hier erlaubte sich dieser Rabbiner an einigen die Opcration der Bcschncidnng vvrzu nehmen, wurde aber deshalb nebst seinem Sohn Aaron gefangen gesetzt, aber bald wieder entlassen. — Die in dem darauffolgende Jahre (1603) erfolgte Ankunft mchrer jüdischen Familien aus Spanien veranlaßtc die Errichtung einer eignen Synagoge ״ מה שלום Wohnung des Friedens" genannt, als deren Rabbiner der zu seiner Zeit sehr berühmte Juda Vega fungirte. Er war ans der Bcrbcrei hierher gekommen und begab sich später nach Palästina. Zum Nachfolger hatte er den besonders als Lehrer des Menassch ben Israel berühmten Isaak Usiel; dieser gelehrte hebräische Sprachkenner und Litcrator zog sich aber durch seine überaus strengen Büßpredigten viele Feinde zu, und vermochte nicht Popularität zu gewinnen. Im nächsten Jahre (1604) begab sich eine Anzahl neuer, aus Portugal angclangter Juden von Amsterdam nach Hambürg. Andere gingen nach Dänemark, und sie fanden überall freundliche Aufnahnie. Zwischen den in Amsterdam lebenden portugiesischen Juden und denen in den anderen nördlichen portugiesischen Niederlassungen, besonders denen in Hamburg, ivelchcs sich als eine Filial-Synagoge von der Amsterdamer betrachtete, waltete von nun an ein sehr freundschaftliches Verhältniß; und hierzu trug nicht wenig der edle Menasseh ben Israel bei, dessen eifrigstes Bestreben darauf gerichtet gewesen zir fcut scheint, Holland zum Ccntralsitz für die im Westen und Norden Europa's wohnenden Juden von sefardischcr Abkunft zu machen. Ein heftiger, durch die an Terrorismus grenzende Strenge des Predigers Usiel entstandener Zwiespalt in der Synagoge Bct-Jacob veranlaßt«! im Jahre 1612 die Stiftung einer dritten Synagoge, ״ בית ישראלdas Hans Israel". Ihr erster Rabbiner, David Pardo, machte sich während zehnjähriger Amtsverwaltuug bis 1652 rühmlichst bekannt. Diese Synagoge hatte bei ihrem Entstehen Schwierigkeiten zu erdulden, und blieb längere Zeit geschlossen. Diese Unduldsamkeit war eine Folge der- Eifersucht, die damals zwischen den verschiedenen christlichen

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