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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 4 · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 4
Article
Die Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland und den niederländischen Colonien
Date
1853-01-01
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Die Geschichte der Niederlassung der Jude» in Holland re. 127 II. Nachdem die Erfindung der Buchdruckerkunst der Menschheit eine neue Fackel aNgezündet, war der Vorhang hinter dem Mittelalter gefallen, und es bedurfte nur noch der Reformation im Anfänge des 16. Jahrhunderts, um den Menschen allmälig wieder in seine Rechte einzusetzcn. Der 31. März 1492, an welchem die Könige von Castilien und Aragonien das Edict erließen, das alle süd. Untcrthancn ans den sämmtlichen spanischen Besitzungen auswics, wird mit Recht dem dreimal schicksalvollen Tage der zweimaligen Zerstörung Jerusalems und Betthcr'S gleichgestellt; allein die göttliche Wallung hatte schon für bessere Zeiten vorgesehen. Wir können hier nicht bei der Geschichte dieser Ausweisung, die ohncdieß von anderer Seite her bekannt ist, verweilen. Wir erwähnen kurz, daß eine Gesandtschaft von Neuchristen (durch Zwang in Spanien zum Christenthnm übergegangene Inden), sich vergeblich bei Karl V. um Duldung in seinen nördlichen Provinzen (Niederlanden) verwendeten. Auch bei dem Prinzen von Orankcu, dem Hofe .und den Staaten von Holland, Zecland und Westfriesland wurden Schritte gethan; und vor Allem ziehet der geistes- und thatkrästige Joseph Miqucz unsere Aufmerksamkeit auf sich. Müde eine falsche Maske des Glaubcns zu tragen, hatte er sich aus Spanien nach Antwerpen geflüchtet und begab sich von da nach Venedig, um unter Mit- Wirkung beider Regierungen eine Insel zur Aufnahme einer jüd. Eolonie zu erhalten. Dieses Vorhaben war schon so weit gediehen, daß Miqucz mit den Reformirteir zu Antwerpen in Correspondeuz trat und Sultan Selim ihm aus Widerwillen gegen den spanischen Tyrann seinen Schutz.zusagte. Doch schien man es in Antwerpen nicht ernstlich zu meinen. Hingegen räumte Selim dem seine Gunst besitzenden, klugen und unternehmenden Miqucz einige Inseln im Jonischen Meere ein, die er als Statt- Halter verwaltete und daher von den damaligen Juden Nasi (Fürst) benannt wurde. Doch, die Vorsehung hatte Anderes beschlossen. Kaum war das Schicksal der Armada in Portugal bekannt geworden, kaum hatte man trotz vorgeschriebenem strengem Stillschweigen erfahren, daß es fast nur des Sturmes einer einzigen Nacht bedurfte, um die sogenannte unüberwindliche Flotte zu überwinden und sie wie das einstmalige 180,000 Mann starke Heer San-

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