Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die talmudische Topographie
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 109 (sequence 4)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 109 haben ועדין נראה מקום המדרש . Herr N. stellt aber in diesem Ar- Likel eine neue Ansicht über die Lage Jabnel/s auf, er verlegt es nach Galiläa und verspricht ad vocem Beweise dafür beiznbringen. Auf diese Beweise hat man Grund recht gespannt zu sein; denn allem Anscheine nach kann das synhedriale Jabneh. nicht in Galiläa gelegen haben. Herr R. kann ja unter dem galiläischen Jabneh nur das יבנאל des Stamms Naphtali verstehen. Fünf Momente sprechen aber dagegen. 1) Das uaphtalische Zabneel hat zur Zeit des Talmuds nicht mehr den Urnanren geführt, sondern hieß-כפר ימא; so erklärt es Jeruschalmi יבנאל כפר ימא (Megilla l.). Wenn biblische Ortsnamen erklärt werden müssen, so liegt ein Beweis vor, daß der alte-Name-dem Gedächtnisse entschwunden war. — 2) Der Schauplatz des zweiten Tanaiten-Kreises, dessen Mittelpunkt eben Jabneh war, gehörte zu Südjudäa; R. Eliestr und R. Tarphon in Lydda, R.,. Akib a in Bene- Barak. Sollten die Synhedrialmitglieder so weit^entft-rnt-vo-m Mittelpunkte gewohnt haben? Das wäre höchst befremdend. — 3) N. Gamaliel, der jamnensische Patriarch, war׳ einst mit R. Akiba und Andern in Emmaus, um Vieh einzukaufm zur Hochzeit seines Sohnes. Dieses Emmaus liegt, wie auch Herr R. einräumt, in Südjudäa unweit Jerusalem. Ist es nicht höchst unwahrscheinlich, daß der Nafl eine so weite Reise gemacht haben sollte von Galiläa nach Emmaus, um Einkäufe zu machen, die er in den galiläischen Großstädten wohl eben so gut hätte erlangen können? — 4) Nach der Amtsentsetzung R. Gamaliells, während der wichtigen Sitzungen in Jabneh, kamen mehrere Tanaiten, und namentlich N. Jose der Damastener, zu N. Eliestr nach Lydda. R. Eliestr fragte, sie, was es denn h eute-Neues im Lehrhause zu Jabneh gegeben habe מאי הידוש היד. כבית 'ממדרש היום (Mischnah u. Tosiphta Jadaim, Chagiga 3, 6.). Man hat also den Weg von Jabneh nach Lydda in demselben Tage zurücklegen können. Von Obergaliläa wäre das aber unmöglich. Folglich muß Jabneh in Sudjudäa gelegen haben. — 5) R. Jochanan b. Saccai hat Jabneh in■ allen Prinkten Jerusalem gleichgestellt, namentlich in Bezug auf das Kalenderwesen, sowohl קרוש ההודש , als עמר שגה . Nun existirt eine alte Häsacha, daß man diese Funktionen nur in Judäa und nicht in Galiläa ausüben dürfe. אין'מעברין אח השנה אלא מהודה ואם עברוה בגליל מעוברת . Bis auf Rabbüs Zeit (wahrscheinlich II.) geschah die Funktion in Judäa, erst damals hat man es wegen eines Unfalls nach Galiläa verlegt: מאותה שעה עקרוה מיהודה וקבעוה בגליל (j. Synhedrin I. 1, 18). Läge nun Jabneh in Galiläa, so dürften dvrt nicht die Kalendersunctionen vorgenommen werden, oder wurden sie es doch, so hätte dieses Beispiel von R. Jochanan.b> S. Galiläa, Hiermit sanes