Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die talmudische Topographie
- Date
- 1853-01-01
- Page
- 108 (sequence 3)
- Language
- German
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108 Wissenschaftliche Aufsätze. weitige Localien, mußer Judäa und Babylonien muß sie behandeln, wie sie im Talmud zu exegetischen oder historischen Zwecken Vorkommen. Herr Napoport will nach der Anlage seiner Eneyklopädie diese drei Theile erschöpfend erörtern. In dem vorliegenden Bande kommen nahe an 6V geographische Artikel vor, von denen einige überraschende Aufschlüsse geben. - Die wichtigsten und interessantesten sollen hier nach der angegebenen Trichotomie besprochen werden. , a) Palästinensische Ortsnamen im Talmud. 1) אלפליץ . Diese Ortschaft kömmt nur zweimal im Talmud ohne nähere Bezeichnung vor. Herr R. vergleicht damit t>a§איבלים ־ bei Tudela, das derselbe mit Jamnia identificirt; איבלים היא יבגה drei Pherseng südlich von Joppe. Indessen ist-es sehr zu bezweifeln, ob Tudela dabei an das talmudische;אוכלי gedacht hat, da er es anders orthogra- ׳ phirt. Er versteht offenbar darunter das Jblin (Hibelim, Abilim) der Kreuzfahrer, und wie zu dieser Zeit Jamnia genannt wurde. Jblin wieder ist ohne Zweifel corrumpirt aus Jberum, wie Folcherius Carnotenfis Jabneh (bei. Naume^s Palästina S. 201. Anmerkung 201.) benennt, und nicht nach einem Maseru Balian oder Valianus, wie man es gewöhnlich ableitet. Dergleichen Verstümmlungen haben die Kreuzsahrer öfters zu Wege gebracht, wenn sie die orientalischen Namen durch ihr barbarisches Organ hindurchließen. So machten sie aus Betgebrin (פית גדכרין) ©iBHu, aus Acco Acre. Die Indentität des talmudischen אופלין und des יכנה?=איבלים bei Tudela ist um so mehr zweifelhaft, als sonst auch im Talmud אובלין mit יכנה identificirt werden müßte.— Befremdend ist es, daß Herr R. das Factum leugnet, als hätten die Kreuzfahrer Jblin erbaut, er geht noch weiter zu behaupten, sie hätten. überhaupt keine einzigeStadt in Judäa erbaut: 1וגם מעולם לא כנ הנוצרים באי עיד._חרשה . Es handelt sich aber bei Jblin nicht um eine Stadt, sondern um ein Kastell, das die Kreuzfahrer gegen die Ausfälle der Seldschucken angelegt haben. Dergleichen Kastelle haben sie mehrere erbaut. Man denke nur: Belueir, Castrum peregrinorum, Toronum in Nordjudäa, Blanca Guarda und Giblin im Süden.' — Wichtiger jedoch als die Lage von Ublin ist die Frage über die Lage' der SynhedriatstadL Jabneh oder Jamnia , das N. Jochanan b. Säecai nach der Zerstörung zum zweiten Jerusalem erhoben hat. Man pflegt gewöhnlich Jabneh in.Südjudäa anzunehmen, in der Nähe des Mitteüneers zwischen Lydda und Asdoss; man identificirt es mit dem biblischen יבנאל im Stamm Juda. Auch Tudela, Parchi und Schwarz, die Organe der Tradition im Heimatland, bestätigen diese Lage; Tudela will noch den Platz des ehemaligen Lehrhauses gesehen