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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 3 · p. Seite 95

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 3
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1853-01-01
Page
Seite 95 (sequence 14)
Language
German
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94 Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung. verstattete. Viele von ihm insluirte oder selbst verfaßte Stellen des seiner deutschen Pentateuch -Uebersctzung beigegebnen, zum Theil mit von S. Dubno bearbeiteten vortrefflichen hebräischen Commcntars (Biur) athmen jenen Geist. Ueberall tvird darin bezweckt den alten Cercmonien Leben und Vcrständniß zu geben, entweder durch Mittheilung entsprechender Auszüge aus älteren Autoren, oder durch Hinzufügung eigner sinnreicher Erklärungen. — Wessely war noch ostensibler dem Alten zugethan; nicht nur in seinen Commentaren und seiner philosophisch-phklologischen Synonimik, sondern auch durch poetische Darstellungen suchte" er nachzuweisen, daß man die rabbinischen Traditionen sogar in dem Wortsinne der h. Schrift ausgedrückt stnde. — Auch die Schüler und Nachfolger jener Männer gingen in ihren hebräischen Schriften auf Wesen und Grundlage des Judenthums nicht ein. Anregung zu gründlicheren grammatischen Studien, Verbesserungen in Styl und Ausdruck, Anwendung ästhetischer Grundsätze auf Bibelexegese, Verbreitung nützlicher Kenntnisse und besseren Geschmacks durch geschichtliche, Liographische und sonstige wissenschaftliche Abhandlungen, durch epische, dramatische und lyrische Poesien theils eigner Composition, thcils Uebersetzungen aus gleichzeitigen Dichtern andrer Zungen! Alles in blühendem Hebräisch: darin concentrirte sich hauptsächlich ihre literarische Wirksamkeit, die sie theils in Commentaren und Uebersetzungen vieler nichtpentateuchischer Bücher der h. Schrift, theils in eignen Werken, besonders aber in der 7. Jahrgänge (1784 —9L) umfassenden, classisch zu nennenden hebr. Zeitschrift ״der Sammler" entfalteten. In Verbindung damit veranlaßten sie die neue Edirung älterer jüdisch-philosophischer Werke (als von Saadias, Jehnda Halevi, Maimonides u. s. w.), die ziemlkch selten geworden waren, und versahen sie zum Theil mit neuen Commentaren. Lassen Letztere allerdings viel zu wünschen übrig, so ist eben der Grund, darin zu suchen, daß zu -einer innern, systematisch-kritischen Forschung der alten Schriftwerke des Judcnthums die Zeit noch nicht da war; es fehlte noch an geordneten Vorstudien, man wollte so zu sagen in w6cli<t8 res hineinkommen und den alten Autor vom philosophischen Standpunkte des 18. Jahrhunderts durchschauen. Doch ward hierdurch das Denken angeregt; man mochte auch die Sprünge, die man gcthan, bald erkennen und wohl fühlen, daß erst eine gründliche wissenschaftliche Methode in sich anfzunehmen sei, ehe man, an solche Arbeiten mit Erfolg gehen mag.

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