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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 3 · p. Seite 93

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 3
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1853-01-01
Page
Seite 93 (sequence 12)
Language
German
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92 Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung. das gegebene Material zu beurtheklen sek, Wichtiges von Unwichtigerem, Aelteres von Neuerem, C'igenthümlkches von ׳Fremdartigem, Wesentliches von Zufälligem zu sichten und zu unterscheiden,' jedem Zeitalter in richtiger Würdigung das Seinige zuzuwcisen, Beweggründe und Veranlassungen so mancher Aussprüche und Thatsachen aufzusuchen und zu erörtern, um einen festen Standpunkt zu gewinnen, von wo aus die Herrlichkeit der alten Gottesreligion, wie sie in den uns erhaltenen Schriften sich reflcctirt, in ihrem tvahren Lichte erschauet werden könne, ohne davon geblendet und ohne davon abwendig zu werden (Gefahren, welche oberflächliche oder ververworrene Kenntniß allerdings leicht herbeiführen): nach diesem Ziele war fortan zu streben! *) Um aber zur Lösung dieser Aufgabe zu gelangen, um eine bewußte und systematische Forschung ins Leben zu rufen, mußte die Bahn geebnet, mußte die entsprechende Form und Methode erst gefunden werden, wie ich oben andeutete, — Diesen Beruf nun hatte die sogenannte Mendelsso hn-Wesse ll y'- sch^e Schule zu erfüllen. Ihre Mission war die vorzüglicheren Schätze der alten jüdischen Literatur für den größeren Theil unsrer Glaubensgenossen wieder zu erschließen, sie . auch der Ingend zugänglicher zu machen, das Auge der Hochstehenden und Gebildeten anderer Kreise darauf zu lenken, die Gelehrten im eignen Schoose allmälig zu geregeltem Studium, zu logischer Ordnung und zu Wissenschaftlichem Bewußtsein hinzuleiten. r- Was Mendelssohn, seine Freunde und Schüler überhaupt für Cultur und Wissenschaft und insbesondere für Hebung der Juden und des Judenthums geleistet haben, ist Ihnen bekannt und gehört nicht in den Bereich unsrer jetzigen Korrespondenz; hier gilt cs nur ihre jüdisch-literarische Wirksamkeit zu bespre- -chen. — In dieser Beziehung kann ich aber nicht umhin der Ansicht eines geachteten Geschichtschreibers entgegenzutreten, welcher das Auftreten Mendelssohns und Wessellys als ״ anti'rabbinisch" bezeichnet. Will man diese Bcnenmrng blos V .4) Wielleicht liegt in dem allegorischen Ausspruche: וראיח אח אחורי , «ל<0ר שחראה ל1 קשל, של הפילין der tiefe Sinn, daß wahrhafte Gotteserkenntnißt soweit sie uns möglich ist, von einer systematischen und harmonischen Erforschung (שר)>) des ge sa m m-t^e n religiösen Schriftenthums bedingt wird. Letzteres wird .hier durch תפילין repräsentirt) da in den 1' פרשיות nicht blos auf das Fundament der Sihre, sondern auch-auf die daraus entwickelten Begriffe undDocirinen hingcdeulet wird; vgl. A> Schalom im שלוח nv c. 2. Äbschn. 1. —

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