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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 3 · p. Seite 91

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 3
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1853-01-01
Page
Seite 91 (sequence 10)
Language
German
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90 Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung. Sie werden daher eine kurze erläuternde Abschweifung derzeihen.— Gesetzt Sie Haben einen wissenschaftlichen Satz aufgestellt, (z. B. die Erde ist kugelförmig), von dessen Nichtigkeit Sie einen Anfänger, dem es noch an Vorkenntnkssen gebricht, zu überzeugen beabsichtigen. Wenn Sie da sogleich in die Einzclnheiten des Satzes eingchcn, darstellen, in welchem Sinne und unter welchen Einschränkungen Sie jenen Satz verstanden wissen )vollen, die Beweise dazu angebcn und dies Alles systematisch durchführen: wird Ihr Zuhörer Ihrem Vortrage genau folgen können? Wird seine Vorstellung von dem Gegenstände nicht mindestens noch lückenhaft bleiben? — Sie werden sich daher bequemen müssen, ihn erst über manche Begriffe und Benennungen zu belehren, die in Ihrer Auseinandersetzung vor- ^kommen, (bei obigem Beispiele, was Fläche, Scheibe, Are, Poll n, f. w. ist) ehe Sie mit ihm zur systematischen Erforschung des Thema's'selbst übergehen, so daß ihm dann die Wahrheit des> Satzes wirklich klar und einleuchtend erscheint, Das erste Erforderniß also, um das Eindringen in eine Wissenschaft oder in ein Litcraturgebirt zu bewirken, ist Werdeutlichung alles dessen, was zu solcher Kenntniß führt oder selbige bedingt, Beseitigung aller Schwierigkeiten, die den Wegv hemmen, mit anderen Worten: Wahl oder Schaffen einer geeigneten Form oder Methvde, die das Verständniß herstellt und erleichtert. — Hatman diese erste Vorhalle betreten, ist so die äußere ^Klarheit gewonnen, dann wird man erst in den Stand/ gesetzt, den zu erkennenden Gegenstand system atisch zu erforschen und zu begründen, seine einzelnen Begehungen zu erfassen und 'zu beleuchten , um׳ von da aus endlich in das Junere des Tempels zu dringen, /d. i. von dem Wesen des erstrebten Wissens ein lichtes und zusammenhängendes Bild irr sich aufzunehmen. Dieselbe Bewandniß hatte es nun auch mit der jüdischen Literatur, in der Stadie, bis wohin ich in meiner Schilderung gekommen war. — Nicht in dem Wesen oder dem Principe der jüdischen Wissenschaft sollte eine Veränderung vorgenommen werden. Die erhabnen Lehren und Wahrheiten des Judenthums, die Gesinnungen und Empfindungen die es einflößt, die Handhabung und Ausbildung seiner auf Heiligung des praktischen Lebens hinzielenden Gesetze,, das ist und bleibt das Wesen und der eigentliche Gegenstand des jüdischen Wissens als solches. Reubelebender und schöpferischer Geist, der

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