Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Essäer nach talmudischen Quellen
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 11)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 71 er nicht CH ab er fei5 6 7 8); das CH ab erat war also nicht mehr wie ehedem der nothwendige Begleiter der Wissenschaftlichkeit (vgl. oben S. 31).— Als Synhedrium und Schulen nach dem Hadrianischen Kriege nach Galiläa auswauderten, wurde Galiläa der Sitz dieses Essäismus; doch scheinen Manche sich auf dem dritten Grade (טחרח קודש) gehalten zu haben/'). Auch die Geheimlehre wurde hier wieder ausgenommen (der Jdeengang scheint wieder wie in alter Zeit die höhere levit. Reinheit mit der höheren Anschauung in Verbindung gebracht zu haben): daher wurden in Babylon die Galiläer als vertrant mit der theosophischen Metaphysik (מעשה חמרככה) betrachtet, und als einst ein Galiläer dorthin kam, verlangte man von ihm, daß er über diesen Gegenstand vor-׳ trage (Schabbat 80'y.— Höchst wichtig ist folgende Erzählung des jer. T., die manchen Einblick in das geheimnißvolle Dunkel des Essäismus gewahrt. ״Ein Ast (אסי) in Zipporin sagt zu 9t. Pinchas b. Chama komm ich will Dir ihn (den Schem Hammeforesch, das Tetragramm nach seiner Aussprache) mittheilen. Dieser antwortete, ich kann nicht diese Mittheiluug annehmen; und als Jener fragte, warum, sagte er, weil ich den Zehnten esse (d. i. den Levitenzehnten — wenn dieser 9t. Pinchas ein Lewi war —- oder den Armenzehnten), wer aber mit dem Schem Hammeforasch umgehet, kann von keinem Menschen etwas essen"''). אסי , אסיא ist nach der syr. und aram. Etymologie ״Arzt"; daß hier dieses אסי Essäer bedeute^), dürfte, da in früherer Zeit nie dieser Name für Essäer vorkommt, nicht anzunehmen sein. Wohl aber ist in diesem mit R. Pinchas sprechenden Arzt (אסי) ein Essäer zu blicken; die Essäer gaben sich, wie aus dem Bisherigen bekannt, mit der Arzneikunde ab. Sehr bedeutungsvoll ist auch die Erwiederung des R. Pinchas ״daß wer u. s. w. von keinem Menschen etwas essen kann". Diese bis jetzt noch nicht gelichteten Worte erhalten ihre vollkommene Erklärung durch unsere Darstellung des Essäismus. Wer dieses hohe göttliche Geheimniß erkennen will, muß sich auf der höchsten Stufe der levit. Reinheit halten, und kann also bei Niemanden etwas genießen. Sehr frappant 5) R. Simon b. Lakisch j. Demai 2, 3 ע״ד. אגי אצל טהרות . Dgl. auch Cholin!07, wo es bei R. Gamriel, dem Sohne des N. Iebuda Hanasi, der besondern Anführung bedarf ואוב?1 טהרות . — N. Mti'r rechnet zum großen Verdicnft an: ,והאונל פירותיו בטהרר . 6) Vgl. Chagiga 205ך׳ Nidda 6b: תב^ייא מרבץ בגלילא . Vgl. Nasch! das. 7) Jer. Ioma 3,7 zu Ende: הד אסי בצפורין אמר לר, פינחס בר חמא איתא דאגא מסר לי׳ לך א״ל ליה אגא יכיל אמד למד, א'׳ל דאנא אבי?2 מעשר ומאן דרגי ל ליה לא יכיל מיב?2 מבד נ-ש נ?*ומ . 8) Wie Manche die Benennung Essäer von אסא ableiten wollen. Vgl. Dellermann a. a. O. S. 7.