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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 2 · p. Seite 68

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 2
Article
Die Essäer nach talmudischen Quellen
Date
1853-01-01
Page
Seite 68 (sequence 8)
Language
German
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68 Wissenschaftliche Aussätze. Umfang freigegeben (Erubin 45*). — Auch auf dem Gebiete der lev. Reinheit macht sich eine Erleichterung bemerklich. Nach der frühern Mischna mußte jede Veranlassung vermieden werden, durch die die gewohnlichen Speisen verunreinigt werden ("אסור לגרום טימאה לחולין שבא); später hob man diese Vorschrift auf (Aboda Sara 55 und sonst). Hierbei muß noch erwähnt werden, daß ausdrücklich bemerkt wird, die Essäer haben auch später die frühere Vorschrift beibehalten 5). — Auch manche strenge Observanz der זקגים הראשונים wurde später gemildert (Schabbat 64b); und es läßt diese Observanz selbst vermuthen, daß diese 'זקג' הראש Essäer und identisch mit den 1חסידים הראשוניםwaren6). — Doch liegt in diesen Abweichungen keine eigentliche Opposition: sie geben sich größtentheils nur als durch Umstände herbeigeführte Erleichterungen aus, und es wird der frühern Zeit und Einrichtung mit Ach- Lung gedacht. Nur gegen die טיבלי שחרית zeigt sich eine offene Poleim!7); ferner wird der הסיר שוטה (närrischer Chasid) als Verderber der Welt angeführt (Sota 20*). In diesem הסיר שיטה ist wie in den טדנלי שהרית der exaltirte Essäer des Josephus wahrzunehmen (vgl. Skizze S. 460): der Essäismus in seinen Auswüchsen und Paradoxien wurde mit Verachtung und als schädlich betrachtet; die eigentliche Opposition erhob sich gegen seine Wesentliches in Unwesentlichem bedingende Tendenz, die die Forschung und mit ihr allmälig den Glauben selbst auszulösen drohete. Es wag hierbei noch ein Umstand erwähnt werden, welcher ebenfalls das Streben ahnen läßt, Lehre und Forschung frei von jedem effäischen Einflüsse. zu bewahren. Es werden im Talmud manchem Frommen Wunder nacherzählt, die ihn hinlänglich als Essäer, in deren Bereich Wunderthätigkeit gehörte, charakterisiren. Einen solchen wunderthätigen Frommen begegnet man in R. Chanina b. Dosa (vgl. Berach. 17, Taanit 24. Midrasch Chasit und -Midrasch Kohelet zu Anfang); und er wird ausdrücklich an einer Stelle Ehasid genannt. Eine Halacha wird jedoch nicht in seinem Namen angeführt! Außer den Berichten der von ihm vollbrachten Wunder, haben sich von ihm drei ethische Sprüche erhalten: die Forschung muß von der Basis der Gottesfurcht ausgehen (Glaube die Grenzlinie jeder Speculation bildm); auf fromme Handlungen ist mehr Werth zu legen, als auf die 5) Vgl. Demai 6, 6 nach der Erklärung Maimonides'. Daselbst werden genannt bbn צניעי מת . 6) Diese 'זקנים ד,ראש werden auch gedacht b. Nasir53. Losifta Oholot 6/4. 7) In späterer Zeit werden auch die durch Pollution Verunreinigten §ובלי שחרית genannt. Vgl Berachot b. L. 22. j. T. 3, 14.

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