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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 2 · p. Seite 66

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 2
Article
Die Essäer nach talmudischen Quellen
Date
1853-01-01
Page
Seite 66 (sequence 6)
Language
German
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66 Wissenschastliche Aufsätze. Neben dieser Differenz zeigt sich auf einer andern Seite noch ein offeneres Entgegentreten gegen die Tendenz der Essäer hinsichtlich der levitischen Reinheit. Als eine alte Einrichtung wird erwähnt, daß wer eine Pollution gehabt, vor dem Neinigungsbad weder beten noch im Gesetz forschen darf (Berachot 20—23). Diese Vorschrift wird auf Esra zurückgeführt, und eine kaum genügende Ursache für sie angegeben (vgl. das.). Bei dieser Gelegenheit werden Einige auch als סיבלי (oder über welchem vgl. oben) der Zug bei der zu verbrennenden Kuh vom Tempelberg aus nach dem Oelberg ging, und da sich die Essäer wohl hierbei sehr betheilkgten, so wurde dieses Thor nach ihnen benannt. Allein dieses Thor lag wie aus Iosephus hervorgeht, westlich, der Oe'.berg aber ist im Osten und der Zug ging, wie auch die Mischna Middot' 1, Z. 2, 4 berichtet, durch ein östliches Thor. Wir gelangen jedoch durch Hülfe einer andern Mischna zur Erklärung; dieser auch in anderer Hinsicht schwierigen Stelle des Iosephus, die hier ihre vollständige Erläuterung finden mag. Iosephus berichtet a. a. O. von den drei Mauern die Jerusalem umgaben, und sagt von der ersten: ״sie begann im Norden bei dem ״Hippicus" genannten Thurme, dehnte sich hin bis zum Xystus, schloß sich an das Gerichtshaus (rrj ßovlfj) an, und endigte bei der westlichen Tempelhalle. Hierauf sing sie im Westen von derselben Grelle an, erstreckte sich über das sogenannte Bethso {Biq&GcS) zum Tbore der Essener". Von 'einem Gerichts- oder Rathhaus in der Stadt findet sich nirgends eine Erwähnung; wohl aber war im Tempel der Gerichtssaal des großen Synhedriums, לשכת הו.זית genannt, und zwar an der nördlichen Tempelseite (vgl. Middot 5, 4): die ßovX7] ist also die לשכה הגזית. Gegen Westen ging die Mauer ״über Bethso". In diesem Bethso erblicken Robinson (Palä'stiyä.W: 2. S. 118) und Schwarz (das heil. Land S. 206) .בת צואד, entsprechend wem שער האשפות Nehem. 3, 14. Aber צואה und אשפה sind nicht gleich bedeutend; und es ist auch nicht ^nzurrehmen, daß man menschlichen Unrath (צואה) westlich vom Tempel, nach der Seite wo das קדשי הקדשים war, und wohin sich wie bekannt die Andacht richtete, werde angesammelt, noch daß man eine solche Benennung werde beliebt haben. BrjQ'cco scheint בית יציעה zu sein; der Westen des Tempels hatte nur diese יציקות (später תאים genannt), und es befanden sich hier nicht wie an den andern Seiten .1שכור? (vgl. Middot 4, 3. 4. 7); daher nahm diese Seite von der יציקה ihre Benennung. — Und nun , zum Lhore der Essener". In der Mrschna Chagiga 3, 5 wird eine Stelle הםודיקית (so ist die richtige Leseart, und so haben sie die Mischnajotausgaben, der j. T-, Maimonides Mischkab Umoschab 1 l, 6) benannt. Dieses המודיעיה wird von einigen Commentatoren für identisch mit םודיקים (Pesachim 9,2) ״Modim" genommen, allein sowohl die Endung als der Artikel zeigen, daß diesis nicht ein Ortsnamen, sondern die Benennung eines nach Modim zu gelegene׳^ Lhores sei; und da Modim westlich von Jerusalem lag, so war es ein westliches Thor. Bei diesem המודיעית war aber der Lopfermarkt, von wo nach der gedachten Mischna der Chaber seinen Bedarf an Geschirren, chne bei ihnen eine levitische Unreinheit zu befürchten, entnehmen konnte. Und da Chaber gleichbedeutend mit Essener, nennt Joiephus dieses Thor ״ המודיעיתThor der Essener".

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