Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Essäer nach talmudischen Quellen
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 5)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 65 genommenen Neimgungsbade, ehe noch die Sonne unterging, die Handhmg* * * * 7 8 9). Als Grund dieses mit den bei dem Verbrennen beobachteten Vorschriften in auffallendem Widerspruche stehenden Verfahrens wird (Para 3, 7) angegeben: ״wegen der Sadducaer, die da sagten: diese Handlung darf nur von Jenen vorgenommen werden, die (nach einer Verunreinigung) bis Sonnenuntergang gewartet (völlig levitisch rein waren)". Die Sadducäer folgten nämlich dem Wortlaut und waren erschwerend; die Peruschim folgten der Tradition und erleichterten?). Daß auch manche strengere Effäer hier erschwerend waren, darf um so eher angenommen werden, als selbst der fromme, von den Peruschim hochgeschätzte Hohepriester R. Eleaser b. Fabi nahe daran war, diese Handlung nur völlig levitisch rein (כמעורב שמש) vorzunehmen, und sein Verfahren zu rechtfertigen suchte^). Diese Essäer waren also mit dem Verfahren hinsichtlich des Priesters nicht einverstanden: ihnen galt er, da er nicht den Sonnenuntergang abgewartet hatte, für unrein, das Verbrennen, war hierdurch nicht vorschriftmäßig vorgegangen und die Asche untauglich zur Reinigung; ihnen fehlte also das Mittel sich zu reinigen, sie hatten kein Reinigungswasser für den sich an einer Leiche Verunreinigten. Darum ״bringen sie nicht Opfer" und ״gehen auch nicht in das Heiligthum", und zwar ״wegen der Verschiedenheit der Reinigungen", wie Josephus berichtet: sie beanspruchen nämlich eine andere Reinigung als die gebräuchliche, das gewöhnliche Reinigungs- Wasser gilt ihnen für unrein*). /)Die Lustration bei der gewöhnlichen levit. Unreinheit bestand in einem Bade und mußte hierauf noch der Sonnenuntergang (vgl. Levit. 22, 6. 7 it. sonst) abgewartet werden. Dann war er 5 מעורב שמש nach dem Bade vor Sonnenuntergang aber מבור יום, und gleichsam nur halbrem. Der Priester verrichtete also die Handlung des Verbrennens als טבול יום . 8) Vgl. Bartcnora und N. L. Heller z. St. Der Wortlaut der Mischna ist: מפגי רצרוקים שריו אומרים במעורבי שמש ריתר נעשית . 9) Tosifta Para c. 2. Höchst bemerkenswert ist, daß ihm nicht einzewendet wurde, es muffe durch einen טבול יום im Gegensätze zu denSadducäem sein. Vgl. die darauf folgende Erzählung das. von R. Jochanan b. Saccai. Hierüber mehr in einer Notiz. 1) Von den חסירים הראשונים (vgl. vor. Heft S. 31) wird erzählt, daß sie gern Gelegenheit suchten, Opfer zu bringen. Vgl. Nedarim 10*. KeritoL 25 a. A!so rationeller als die Effäer des Josephus.— Es ist hier noch eine von Bellermann unbeachtete Stelle des Josephus zu erwähnen, in der der Effäer gedacht wird. Josephus (Jüd. Krieg 5. 4. 2) nennt ein Thor der Essen er zu Jerusalem. Diese Benennung scheint darauf hinzuweisen, daß hier die Effaer ihre Wohnungen oder Zusammenkünfte hatten, aber nirgends ist hiervon eine Spur. Ich vermuthete Anfangs, daß dieses das Thor sei, durch welches