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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 2 · p. Seite 64

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 2
Article
Die Essäer nach talmudischen Quellen
Date
1853-01-01
Page
Seite 64 (sequence 4)
Language
German
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64 Wissenschaftliche Aussätze. ums und selbstständige Forschung schlossen in ihren Endpunkten einander gegenseitig aus. Zum Heile des Judenthums wurde auf den innern geistigen Halt nicht verzichtet, und das Studium trug den Sieg davon. Auf dem Gebiete der levitischen Reinheit, diesem Lebensprineipe des Essaismus, war der eigentliche Kampf zwischen den beiden Princi-' pien auszusechten, und es treten hier bald in einer Lebensfrage Spuren der Differenz hervor. Hierauf führt schon die Angabe des Josephus: ״Sie (die Essäer) schicken zwar Gaben in den Tempel, bringen aber keine Opfer wegen der Verschiedenheit der Neinigungeu, die sie etwa für nüthig halten, schließen sich auch deßhalb von dem gemeinschaftlichen Tempel aus, und lassen die Opfer für sich bringen" ^). Diese dunkle Stelle, von der man sogar vermeinte, daß Josephus sie absichtlich dunkel gelassen^), findet in Folgendem ihre Erklärung. Das mosaische Gesetz schreibt das Verbrennen einer rochen Kuh vor, deren in Wasser geschüttete Asche zur Sprengung auf den von einer Leiche Verunreinigten verwendet wurde; und von dieser Reinigung ist der Eintritt in das Heiligthum u. s. w. abhängig gemacht (Num. 18). Es kam also sehr viel darauf an, daß bei diesem Verbrennen nichts Gesetzwidriges vorfalle; denn war hier etwas verfehlt, so hörte die Asche aufNeinigungsmittel zu sein, und der an der Leiche Verunreinigte fand keine Lustration. Wenn also bei der Verbrennung große Sorgfalt verwendet wurde, so hat dieses in sich eine genügende Rechtfertigung; es wurden aber hierbei Anstalten getroffen, die weit über das Maß jeder Sorgfalt hinausgehen. Es wurden Kinder von ihrer Geburt an zum Dienste bei dieser Handlung des Verbrennens aufgezogen und mit ihren Müttern an Orten abgesondert, wohin keine levit. Unreinheit dringen konnte (Para 3,2); eine schwebende Brücke wurde, uw jeder lev. Unreinheit vorzubeugen, vom Tempelberge bis zum Oelberge gebauet, auf welcher die zu verbrennende Kuh nebst Priester und Begleitung gingen (das. 6), und man begegnet noch anderen bis auf das Ängstlichste getriebenen Maßregeln, an denen die Essäer einen großen, wenn nicht den vorzüglichsten Theil haben mochten. Und in dieser uberstrengen großen Sorgfalt tritt ein frappanter Gegensatz ein: man ließ den Priester an dem Tage, in welchem er die Kuh verbrennen sollte, sich an einer leichten levit. Unreinheit verunreinigen, und er verrichtete unmittelbar nach dem hierauf 5) Antiquitt. 18/ 1. 5: 81$ dl v6 Ieqov ava^rjfiazd z8 azsXXovreg frvöiag ovk i7t1zsX0vaL, d tatp 0 qo z st 1 ayvsicov, ag v0(j,lrQ01ev ל nai dt ccvxo slQydnsvot zov mivov z8[1sv[<T{1cizos 8q> avzav zag d'vütccg 8%1z8lovGt. Vgl. Skizze S. 459, Anm. 6) Bellermann Essäer und Therapeuten S. 64, Anm»

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