Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neueste Mittheilungen über eine Judengemeinde in China
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 5)
- Language
- German
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66 Eine Judengemelnde in China. schenke übersandt, so werden sie keiner sernern Notiz bedürfen. Die Nolle ist auf schlecht bearbeiteten Schashäuten schlecht geschrieben, von Einem, der weder Kalligraphie, noch irgend eine soferische Regel beobachtete, und dürfte kaum über 100 Jahr alt sein. Es hat keine תגים , die פחוחיח וסחוטות sind ganz willkürlich angebracht oder weggelassen, zwischen den ספרים kein Raum oder nur 1 Linie gelassen, dagegen zuweilen zwischen 4—3 סודות Linien, um ein sehr ungeschickt behandeltes ווי העטורים zu Stande zu bringen. Viel älter müssen die oben erwähnten Pentateuchfragmente sein, von deren einem ich ein in China lithographirtes Facsimile v.or mehreren Monaten gesehen; es hatVocalpunkte und am Ende Namen der Schreiber oder Geber, wie sie eben auch in der bekannten von de Saey übersetzten Inschrift erscheinen. Nachzuholen ist noch, daß unsere Reisenden, wie aus der Synagoge so auch aus der Stadt sich eilig davon machen mußten, da sie Nachts im Wirthshause ein Gespräch der Muhamedaner überhört hatten, wonach die mit den Juden heimlich verkehrenden Fremden des Spionirens und Conspirirens angeklagt und ins Gefängniß abgeliefert werden sollten. Das hinderte sie jedoch nicht, wie oben erwähnt, im folgenden Jahre einen zweiten Versuch zu machen, bei welcher Gelegenheit, sie auch zwei Juden von K. mit sich heimführten, die nun, im Hause des vn. Medhurst (von der chines. Missionsgesellschast) Kenntniß der ihnen gänzlich verloren gegangenen hebräischen Sprache wieder erlangen wollen. Diese versprachen ferner ihre Kinder nach Shanghae zu senden, und der Bischof hosst demnächst, zwei Schüler für das Missionary College of St. Pauli at Hongkong gewonnen zu haben. Hier zeigt sich denn endlich ein charakeristisches Merkmal, das diese Mission vor den früheren auszeichnet; es ist auf die gänzliche Ausrottung des Judenthums in K. abgesehen, den armen in Unwissenheit und Elend Versunkenen wird daher unter dem Namen der verlorenen jüdischeu Religion die christliche in die Hände gegeben, und biermit zugleich für das Christenthum im Innern des Reiches eine Zufluchtsstätte gegründet werden, die bis jetzt auf diplomatischem Wege nicht zu erlangen war. Der Wunsch, daß wir für die Rettung unserer armen Glaubensgenossen etwas zu thun vermöchten, ולא ימחה שבט מישראל , würde keineswegs chimärisch erscheinen, hätten wir den Begriff der in unserer Zeit so mächtigen Association richtig ausgefaßt und nicht durch allerlei kleinliche und unpractische Versuche in Mißkredit gebracht. Wenigstens dürfte es den englischen Inden bei ihren weitreichenden Handelsverbindungen, nicht unmöglich sein, auch in jenen Gegenden Einfluß zu erlangen, und die Ausrechthaltung unseres heiligen Glaubens in China