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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 2 · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 2
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1853-01-01
Page
Seite 54 (sequence 14)
Language
German
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5-4 Die »euere Mische Literatur und ihre Bedeutung. dies allein schon ein Medium bilden, woraus wieder neue Fragen und Anregungen sich entspinncn, woran neue Forschungen sich knüpfen, tieferes Eindringen in das Material selbst daraus sich entwickeln, das Alles wieder nur zur vollständigeren Aufhellung des Inhalts, zur gründlicheren Kenntniß sowie zu besserer Würdigung der ganzen jüdischen Lehre, für Lehrer und Lernende, für Theorie und Praxis, nach innen und nach außen führen wird. Darf also der altgläubige Jude von der neuern jüdischen Literatur sich nicht wegwenden, darf er in derselben nicht etwa blos eitle Reformbestrebungen erblicken, sondern muß sie als nothwendiges Element zur Erhaltung, Belebung und Erfrischung des Judenthums achten, wie dies in den Jahrtausenden seit dessen Bestehen stets,so angesehen ward, so darf eben so wenig «der hochgebildet sich nennende Glaubensgenosse, der in und mit der Zeit leben will und am Genüsse andrer literarischen Schöpfungen der Gegenwart sich labt, mit vornehmen Blicke auf die jüdische Wissenschaft und ihre neueren Erzeugnisse herabsehen. Es liegt im geistigen und sittlichen Interesse eines jeden Gebildeten, von Dem was den Geist der Zeitgenossen bewegt, was er schafft, die Begriffe und Wahrheiten, die er durch Schriften zum Bewußtsein, zur Klarheit oder zum Vcrständm'ß bringen will, Kenntniß zu nehmen, sowie je nach der Originalität und Eigenthümlichkeit des zu Tage geförderten geistigen Stoffes, und je nach dem er auf Cultur und Gesittung der Menschheit oder eines Thckls derselben Einfluß übt oder zu üben berechtigt ist, sich näher mit ihm zu befreunden. Nun sind cs die Wahrheiten und Lehrsätze der Philosophie, der Physik, Mathematik, Chemie, Mechanik, die Theorien der Künste u. s. w. welche in anderen Literaturen ihren Ansdruck finden. Wo haben aber die Wahrheiten der Religion in ihrer Reinheit und Allgemeinheit, fern von Sophismen philosophischer Schulen und von mystisch-phantastischen Anschauungen, ihren klaren verständlichen Ausdruck gefunden, nicht etwa blos als Producte grübelnder Vernunft, sondern als Ausfluß des höchsten Geistes, dem Mcnschcngeiste mitgetheilt und von diesem menschlichen Geiste traditionell fortgetragen, mit dem innern Bewußtsein, daß hier die höchste faßbare Wahrheit sei!? — Sie haben gesehen, daß es im Wesen und Beruf airderer^Religi'onen nicht lag, den Geist und seine Mittheilung zumx Träger der höchsten Wahrheiten zu machen, daß jene andre Mittel wählten und fanden, um die Menschen nach ihrer Weise zur Sittlichkeit und Gottesfurcht zu erziehen.

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