Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 12 (September 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829146-2852071--00580-2852103- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
466 Recensionen und Anzeigen. Kidduschin 52 a mit R. Jochanan gesprochen. R. Sera erlebte aber die schweren Zeiten nach Konstantin, also 340-—350. Erfolgte nun das Todesjahr Nabbi's 192—193, so liegt ein Zwischenraum von über 150 Zähren mitten inne, der von R. Jochanan und N. Sera ausgefüllt wird! Und nimmt man auch au, daß die Angabe Kidduschin ungenau und noch ein Amora zwischen N. Jochanan und R. Sera einzuschieben sei, so bleibt nichts destoweniger der Zeitraum noch zu groß; und es wird auch die von Manchen aufgestellte Behauptung, daß es zwei R. Sera gegeben, kaum einen genügenden Ausweg bieten. Doch wir wollen diesen schon so vielfach besprochenen Gegenstand nicht weiter berühren, und gehen zu den Punkten über, die Herrn G/s Neeension zu einem selbstständigen anregenden Aufsatze machen. Vorerst über die Person des רבי und AnLoninus. Herr G. tritt (S. 430 ff.) mit sehr gewichtigen Fragen auf, und verwirft daher die bisherige allgemeine Angabe, daß N. Jehuda I. (Hanasi) mit einem röm. Kaiser umgegangen sei. Es ist schon an sich gefährlich, mit einem einzigen Hiebe eine allgemeine Tradition tilgen zu wollen, und muß die Kritik sich bei dergleichen Fragen sehr hüten, nicht in Hhperkritik umzuschlagen. Hier liegen aber überdieß noch offene Beweise vor, daß N. Juda L. mit einem Antonin umgegangen. Nab erklärt Aboda Sara 8, וה רבי ואנטנינוס שלא פסקו וכד. Diese Nebeneinanderstellung des רבי und אנטנין entspringt wie jeder Unbefangene erkennt, aus der nahen Berührung in der sie zusammenstanden (denn sonst gab es noch genug röm. Große (שלא פסקו צנון והזרת ובו): und Rab der hier spricht, und noch dazu in der Vergangenheit שלא פסקו kann doch nur N. Juda I. gemeint haben! Es ist ferner )licht zu leugnen, daß 9t. Juda I. den Titel רנשיא geführt habe. Warum gerade bei ihm dieses Epitheton, warum nicht bei seinem Vater, Großvater u. s. w.? Offenbar weil mit diesem Epitheton die hohe Stellung gegen außen ausgedrückt werden sollte; und darum führte auch N. Juda II. diesen Titel nach seiner Berührung mit Alexander Severus und R. Juda III. mit Diocletian. R. Juda I. nahm also einen hohen Rang nach außen ein und kam mit einem römischen Herrscher in Verbindung. — Hierauf weiset auch das Megilla 5 b ErzMe hin: ר׳ רחץ בקרונה של צפורי בי״ז בתמוז וביקש לעקור ט״ב• Man erkennt, daß hier eine historische Beziehung zu Grunde liege. Die Lage der Juden hatte Manches von ihrem Trüben verloren, sie scheint sogar sich in eine erträgliche umgewandelt zu haben. Nabbi gestützt auf אין גוירת המלכות אין צום וכד (Nosch Haschana 18) sprach öffentlich seine Anerkennung dieser günstigen Wendung aus: רה-ן בקרונה של צפורי; vielleicht um den römischen Machthabern an den Tag zu legen.