Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-09-01 · Heft 12 (September 1852) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 12 (September 1852)
Article
Galerie angesehener für Glauben und Glaubensgenossen wirkender Juden
Date
1852-09-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829133-2829146-2852069--00569-2852094
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Galerie angesehener für den Glauben «. 407 Der König Joseph wünscht am Schluffe seines Schreibens, daß er ChaSdai von Angesicht zu Angesicht sehen könnte; die Nach« welk erblickt ihn in ei»em Bilde, das jedes großen Mannes wahres Angesicht, sein eigentliches Wese» ist: in großartigem Wirken, in menschenfreundlicher Handlung, in tiefer Hingebung und Anhang« lichkeit an den Glauben, dessen Ehre er zu erhöhen, an die Glaubensgenossen, deren geistige und irdische Wohlfahrt er zu er« weitern strebte. Diesem Manne stellen wir ein anderes Bild zur Seite: N. Samuel Hanagid. In Chasdai erblicken wir einen Günst« liitg des Glückes, der sich bald zu einer bedeutenden Höhe hinaus« schwingt: Samuel Hanagid muß mit des Glückes Launen kämpfen, sein Weg führt über Leiden und Beschwerlichkeiten. Den in Größe uud Rcichthum Ausgewachsenen bietet sich in Chasdai ein hohes be« lehrendes Borbild dar; den Emporkömmlingen, die zuweilen stolz aus Glauben und Glaubcnsbrüdcr hcrabsehen, ruft Samuel Ha« nagid zu, daß nur die Seelengröße, die nicht mit des Glückes Wechsel Gesinnung und Ansichten wechselt, wahrhaft adle und erhebe. Samuel Halewi Hanagid ist einer jener außerordentlichen Man« ner, die den Stolz eines jeden Volkes machen. Er gehörte der Gemeinde zu Cordua au, ist bekannt unter dem Namen ben Gika« tila, und war einer der ausgezeichnetsten Schüler des oben gedach« ten R. Chanoch 1 2 3). Er war einer der hervorragendsten Gelehrten in talmudischer Wissenschaft, hierbei aber auch sehr bewandert in den Schriften der Araber und deren Sprache, und ein Mann, der sich am Hofe der Großen präsentiren konnte. Er ernährte sich kümmeclich durch Specereihandel bis zur Zeit, wo der Bürgerkrieg zu Cordua ausbrach, das Reich der Söhne Jbn-Abi-Amir's2) auf« hörte, uud die Berberschen Häuptlinge ans Ruder kamen. Die Gemeinde zu Cordua löste sich auf, und deren Glieder entflohen 1) Vgl. N. Abrah. l׳. D. Scfcr Haccab. p. SO. Wir lassen fast ganz Liesen Autor in seiner naiven Erzählungsweise sprechen, haben aber auch die sehr lehrreichen Noten Munk's, in dessen diotico sin־ Aboul Walid benutzt. — Für das Gikatila des Textes will Munk S. 87. Anmerk. 2. Nagdila (“D'TD oder כגרלה) lesen. 2) Ibn-Abi-Amir war Vezir unter dem Kalif Haschem ll. Sein Sohn Abd-el-Nahman versuchte sich auf den Thron der Ommajiden, die mit Haschem ausgestvrben waren, zu setzen, siel aber als Opfer einer Verschwörung. Vgl. Munk a. a. O. S. 88. 3) Im hebr. T. ist סרני פלשתים (Fürsten der Plischtim), welches Munk das, von den Berbern erklärt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.