Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 12 (September 1852)
- Article
- Galerie angesehener für Glauben und Glaubensgenossen wirkender Juden
- Date
- 1852-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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456 Galerie angesehener für den Glauben re. kennt jedoch aus dem Briefe, daß die Bekehrung nur allmälig vor sich gegangen: Bulan schafft den Götzendienst ab, hierauf erscheint ihm sein Engel, später die Controverse der verschiedenen Confessioneu, der jüdische Glaube wird als der vorzüglichste erkannt, und der König beschneidet sich hierauf und läßt einen jüdischen Gelehrten kommen, der ihm die Gebote erkläre u. s. w. Nimmt man diese Thatsachen zusammen und ziehet Manches ab, was im Verlaufe der Zeit der fromme Glaube als wunderbar hinzugefügt, so dürste sich das eigentliche Ergebniß in folgender Gestalt Herausstellen. Mehrere Juden müde der Verfolgungen, die sie im byzantinischen Reiche erlitten, hatten sich zu den Chazaren geflüchtet 8), und unter diesen, die fast ganz ohne einen bestimmten Glauben lebten 9), die Lehren des Judenthums verkündet. Sie fanden Eingang bei einem damals lebenden weisen König, und hierauf bei dessen erstem Minister und beim Volke. Man neigte sich allgemein zum jüdischen Glauben, ohne jedoch ihn bestimmt anzuuehmen. Christen und Mahomedaner hörten nun, daß die Chazaren willens seien, die bisherige Abgötterei aufzugeben, und Missionäre beider Bekenntnisse beeilten sich das Volk zu ihrer Confession herüberzuziehen. Ihr Eifer beschleunigte jedoch den 'Sieg des Judenthums, in das nun der König nebst den Seiuigen durch Beschneidung u. s. w. vollends eintrat. sich die Wahrheit hat. Der König verlangte von den Christen einen Bischof. Er selbst hatte bei sich einen Juden, der geschickt in der Controverse war. Der Jude begann eine Discussion mit dem Bischof und fragte ihn: Was denkst du. von Moses dem Sohne Aarons und dem Pentateuch, der ihm vom Himmel gesendet wurde. Der Bischof erwiderte: Moses war ein Prophet, und der Pentateuch ist ein wahrhaftes Buch. Der Jude sagte hierauf zum König: Dieser Mann erkennt die Wahrhaftigkeit meines Glaubens an; befrage du ihn jetzt über das was er glaubt. Der König befragte ihn und der Bischof antwertete: Ich behaupte daß der Messias Jesus, Sohn der Maria, das Wort sei, und daß er die Geheimnisse geoffenbart hat im Namen des allmächtigen Gottes. Der Jude sagte zum König: Er stellt eine Behauptung auf die ich nicht anerkenne, er erkennet aber die Nichtigkeit meines Glaubens an. Der König sandte hierauf zu den Muselmännern; diese schickten ihm einen gelehrten Mann; allein der Jude ließ ihn auf der Reise vergiften und so wurde-der König für die jüdische Religion gewonnen." So weit Al-Bikri, dessen Zusatz hinsichtlich der Vergiftung des muselmanischen Gelehrten auf Rechnung des muselmanischen Schriftstellers, der seinen Glauben nicht unterliegen lassen will, zu bringen ist. 8) Vgl. St. Martin a. a. O. Cassel a. a. O. S. 213. Anmerk. 2. 9) Lgi. Dimeschky bei Cassel S. 205 Anmerk. 3.: 0!im nullam profite״ banUir (Chasari) religionem ad instar Turcorum, nec nisi instituta a majoribus ipso rum tradita sequcbanlur.