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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-09-01 · Heft 12 (September 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 12 (September 1852)
Article
Galerie angesehener für Glauben und Glaubensgenossen wirkender Juden
Date
1852-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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446 Galerie angesehener für den Glauben >c. lehrte und Dichter, zog sie an seinen Hof, und sein Beispiel fand Nachahmung. Unter den gelehrten und bei ihm in Gunst stehenden Männern finden wir den Juden Joseph Chasdai den Schaprut Chasdai's Erhebung war durch die Wissenschaft vorbereitete sein eminenter Geist bahnte ihm bald den Weg zu den höchsten Ehrenstellen, die er unter Abd-el-Rahman und dessen Sohn Alhakcm— regierte von 961 — 976 — bekleidete. Durch folgenden Umstand wurde er dem Abd-el-Rahman bekannt. Der byzantinische Kaiser Romanus U. hatte im I. 949 eine Gesandtschaft mit ausgesuchten Geschenken an Abd-el-Rahman geschickt. Unter den Kostbarkeiten befand sich ein griechisches Exemplar der Schrift Dioscorides über die medicinischcn Kräuter. Für die Araber, die mit der Arzneikunde sich eifrig beschäftigten, war dieses Werk von großem Werthe; unglücklicherweise verstand aber Niemand zu Cordua die griechische Sprache. Abd-el-Rahman ersuchte daher den Kaiser Romanus ihm Jemanden zu senden, der lateinisch und griechisch spreche und einen der lateinischen Sprache Kundigen im Griechischen unterrichten könne. Nomanus willfahrte dem Begehren in der Person eines Mönches, Namens Nicolams, und so wurde das Werk des Dioscorides aus dem Griechischen ins Arabische übersetzt. Aber mehrere Benennungen von Medicamenten waren in dieser Ucbcrsetzung unübertragen geblieben, denn Niemand vermochte für sie den entsprechenden arabischen Ausdruck aufzufinden. Viele Acrzte legten sich mit Eifer darauf, erzählt ein zu jener Zeit lebender arabischer Schriftsteller 2), diese Namen aufzufinden, und am meisten ragte unter ihnen der Israelit Chasdai ben Schaprut hervor. Zwischen ihm und dem Mönch Nicolaus waltete die innigste Freundschaft ob; und er gelangte dahin, die Bedeutung der im Dioscorides nicht gekannten Benennungen aufzufinden 3J. Dieses war der Beginn und hierdurch wurde Chasdai dem Abd-el-Rahman bekannt. Wie schnell er in dessen Gunst gestiegen, beweiset der Umstand, daß, als der deutsche Kaiser Otto I. im I. 956 nach Cordua eine Gesandtschaft schickte, Chasdai sie empfing. Abd-el-Rahman wollte die Gesandtschaft, durch gewisse Umstände zweifelhaft gemacht, nicht unmittelbar annehmen; ״und er schickte vorerst, wird in einem Berichte aus jener Zeit erzählt, an die Ab- 2) Jt׳n Djoldjol in der Beschreibung von Egypten von Abvnllnlif, übersetzt von de Sary S. 496. 3) Vgl. Mehre res hierüber in der vortrefflichen Monographie: Police sur Ahou Juusou Ihn~Sd1aprout par PhiloxcnD Luzzalo, die wir der Biographie Chasdai's zu Grunde gelegt haben.

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