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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-09-01 · Heft 12 (September 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 12 (September 1852)
Article
Galerie angesehener für Glauben und Glaubensgenossen wirkender Juden
Date
1852-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Galerie angesehener für den Glauben rc. 445 Lebens in Spanien unter der maurischen Herrschaft. Die jüdische Wissenschaft hatte sich in den Schulen Palästina's und Babylons entwickelt, war das Eigenthum einer nach allen Richtungen sich verbreitenden Geistesthätigkcit geworden: in Spanien kam sie mit der allgemeinen Wissenschaft m Berührung, nahm die Producte des menschlichen Denkens aus den verschiedenartigsten Gebieten in sich auf und machte sie zu ihren integrirendcn Theilen. Wir begegnen hier in früher Zeit zwei in jeder Beziehung hervorragenden Mannern: R. Joseph ChaSdai den Schaprut und N. Samuel Hanna gib. Die folgenden Blätter werden Manches von ihnen erzählen, das zwar den Männern vom Fache wenig Neues bieten, dem gebildeten Leser jedoch — wie wir hoffen — ein erfreuliches Lebensbild darstellen wird. Das westgothische Joch, das die Juden Spaniens ganz zu erdrücken drohete, war durch die Eroberung dieses Landes durch die Araber — im I. 700 — gebrochen. Die Westgothen hatten durch ihre Bischöfe und Concilienbeschlüsse sich allmälig entwöhnt, im Juden den Menschen zu erkennen. Was nur irgend Fanatismus und Religionshaß aussinnen konnte, wurde gegen den Juden ins Werk gesetzt, nicht Gewissensfreiheit, nichtpersönliches Recht, nicht bas Recht der Eltern sogar wurde beachtet: der Jude wurde gezwungen, feine Ruhe- und Feiertage zu, übertreten, seine Kinder waren nicht in den Armen der Eltern vor Gewalttausen gesichert: der Jude war schütz- und rechtlos, und durfte sogar nicht darauf denken, Schutz und Recht zu suchen, denn auch die Auswanderung war ihm untersagt. Wie konnte es da nun anders kommen, als daß die Juden die in Andalusien landenden Araber als Erlöser und Freunde begrüßten! Und sie hatten sich auch nicht in ihren Hoffnungen getäuscht; zu Cordua bildete sich bald eine geregelte Regierung: ein Abkömmling der aus dem Morgenlande vertriebene» Omajaden nahm den Thron ein, und die Juden erfreuten sich eines stillen und ruhigen Lebens. Sie fanden sich selbst in dem freien Gebrauche und der Ausübung ihres Glaubens wieder, und wurden zugleich allmälig von den bei den Arabern sich entwickelnden Künsten und Wissenschäften berührt, unter denen wir hier die Dichtkunst und die Arzneikünde nennen. Unter der Regierung des Abd-el-Nahman Hl-, benannt Al- Nasir-Ladin-Allah (Vertheidiger des Gesetzes Gottes), welcher vom Jahre 911 — 961 herrschte, nahmen die Wissenschaften einen hohen, Aufschwung. Dieser Fürst, groß auf dem Schlachtfelde, war es nicht minder aus den stillen Gefilden des Wissens: er liebte Ge- 34*

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