Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 11 (August 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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454 Necensiönett und Anzeigen. liche Unterscheidung zulassen, so können nur Nebenpersonen zur Unterscheidung verhelfen. Dieser kritische Satz ist in der talmudischen Geschichtsepoche oft das einzige Kriterium. Bei unsrer Frage wird eine Nebenperson N. Romauus, ein Amora, den Ausschlag geben. Eine Stelle im jerus. Talmud, die unseres Wissens der Herr Vers, nicht in das Bereich der Untersuchung gezogen hat, stellt uns N. NomanuS als Vermittler zwischen dem Kaiser und dem Nasi dar. Die Stelle hat das Gepräge der Echtheit: denn ste ist halachisch — und h alachische Traditionen sind mit allen Nebenumständen treu — ferner will sie keine der handelnden Personen verherrlichen. Sie erzählt ganz trocken (j. Megilla 1, 11): Antoninus wollte einen Mar bauen und Näucherwerk bereiten, ganz nach jüdisch-gesetzlicher Vorschrift. 9t. Juda der Nasi schickte ihm sein Faetotunr N. Nomanus zu, der ihm dabei behülflich still sollte בגין ר׳ רומנוס דשלהיה רבי יעכריניה ליה• Dieses Factum kann geschichtlich sein, wenn es auch die römischen Quellen nicht anerkennen. Auch A. Severs Vorgänger, Heliogabal, wollte in seinem Tempel des Sonnenbaal den jüdischen, samaritanischen und christlichen Cultus aufnehmen (dicebat praeterea J11dae0rum et Samaritanorum religiones et Christianam devotionem illuc Iransferendam); Alexander Sever selbst wollte für Christus einen Tempel errichten, und er hatte, wie andere Thatsachen darthun, vor dem jüdischen Neligionswesen mindestens eben so viel Achtung. Warum sollte er nicht auch einen jüdischen Altar haben aufführen wollen, und daraus Räucherwerk bringen? Die Aufnahme fremder, wie man sagt, orientalischer Culte in Nom von diesen zwei unähnlichen Kaisern kann keine kindische Bizarrerie gewesen sein, sondern es war politischer Jnstinct, es sollte eine durchgreifende Neaction׳ gegen den römischen Cultus sein, woran das römische Staatswesen mit aller Macht ergrauter Vorurtheile geknüpft war. Die Syrer Heliogabal und sein Adoptivsohn A. Sever hatten das höchste Interesse daran, das Vollblutsrömerthum durch die allmälige Gewöhnung an anderweitige Neligionsformen zu schwächen.— Um nun wieder auf das von Jeruschalmi erzählte, durchaus glaubwürdige Factum von dem projectirten Bau eines Altars zu eignem Privatgebrauch zurückzukommen, so würde auch daraus die Nichtidentität des Antoninus und Marc Aurel bewiese!: sein. Von Mare Aurel ist die ELnführung fremder Culte gar nicht denkbar, der ein philosophischer Romantiker, das starre Römerthum der olim republikanischen Zeiten wiedereinzusühren und der abnehmenden Verehrung der römischen Götter zu steuern, als Lebensaufgabe betrachtete: et deorum cultum diligentissime resLituit, erzählt sein Biograph von ihm. Dres sei nebenher bemerkt. Das Hauptgewicht ist aber auf R. Nomanus zu legen, den 9t. Juda