Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 11 (August 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Neeensiöneu und Anzeigen. 433 Severs ihren Spott, das einzige Überbleibsel ihrer einstigen Größe, über den Kaiser ergossen? Beweist etwas kräftiger seine Vorliebe für Juden und Judenthum, als der Umstand, daß die Syrer, anstatt stolz darauf zu sein, daß ihr Landsmann den Jmpcratoreiipnrpnr trug, ihn Synagogenvorsteher und Hohenpriester schmähten? In Nom konnte man von dieser Beziehung des Kaisers zu den Juden nichts wissen; denn es war eine seiner Schwächen, die.allen Emporkömmlingen eigen ist, sogar seineu syrischen Ursprung zu verleugnen. (Nebenher sei hier bemerkt, daß dadurch die Sage von der Bedingung Antoninus, bei seinen geheimen Zusammenkünften mit seinem jüdischen Freunde, keinen Zeugen zuzulassen, einen historischen Boden hat.) In der That läßt sich die Möglichkeit eines vertrauten Umganges eines römischen Kaisers mit einem Nasi nur dann denken, wenn sie in nachbarlich naher Berührung gestanden haben und wenn, wie bei Alex. Severus, ihm die Majestät nicht bei der Wiege vorgesnngen wurde. Nur solche Präcedentien erklären am ungezwungensten ein intimes Verhältniß der römischen Majestät mit einem jüdischen Würdeiräger. Die Kluft zwischen Nömerthum und Judenthum war zu groß, als daß sie ein Kaiser von römischer Abkunft, selbst Marc Aurel auf dem Hippocentaur seiner stoischen Philosophie, so leicht hätte überspringen können: überhaupt war -— wir können es nicht wegleugnen — das Vorurtheil der Römer gegen den jüdischen Stamm, Durch die Annahme Alexander Severs entgehen wir auch einer andern Schwierigkeit, welche nicht genug beherzigt wurde. Warum kennen die Talmude und Midraschin nicht den judenfrcundlichen Alexander Sever? Wenn sie Julian, das Seitenstück zu Sever, nicht nennen, so liegt der Grund darin, daß die Talmudschulen einige Jahre vorher durch seinen Unmensch- Lichen Bruder Gallus geschlossen wurden und sich unter der kurzen Dauer der Julianischen Gunstbezeigung nicht mehr erholen konnten. Aber zu Severs Zeiten standen die Schulen in vollster Vlüthe! Das Schweigen des Talmuds ist ein lautsprechmder Gegenbeweis; wenn aber der takwudische אסויחס oder אנטונימס Severus ist, dann sprechen die talmudischen Quellen allerdings von ihm mit ganz besonderer Lobeserhebung. Der Herr Vers, und seine Gegner haben bei dieser Untersuchung sehr oft hart an Alexander Sever angesireist, weil nur dessen Personlichkeit zu der talmudischen Schilderung von Antonin paßt; doch den. Herrn Vers, hielt der allerdings richtige Umstand ab, daß 9t. Juda I.. nicht Zeitgenosse A. Severs war, und seine Gegner — die ritten imwer aus zwei Satteln. Nehmen wir nun an, daß A. Sever das Eine gesuchte X ist, so wollen wir uns jetzt mit dem andern $, mit N. Juda beschäftigen. Wenn die Hauptfiguren durch allzu große Aehntichkcit keine sonder-