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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-08-01 · Heft 11 (August 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 11 (August 1852)
Article
[Rezension]
Date
1852-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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4SÄ Necenstonen und Anzekgeü. erkannt worden, die erst nicht mühsam erwiesen zu werden braucht. Mer dann muffen wir uns nothwendigerweise auch nach einem andern Nasi, nach einem andern 9t. Juda (Rabbi) umsehen; denn N. Juda I. war richtig nur Zeitgenosse Marc Anrel's. Wir brauchen auch gar nicht lange zu suchen; der judcnfreundliche Kaiser und der kaiscrfrenndliche Nasi drängen sich uns von selbst ans. Der Kaiser-von edlem Charakter und judensreundlicher Gesinnung war Alexander Severus, der Nasi seiner Zeit N. Juda If., Enkel N. Jnda's I., wie dieser auch kurzweg Rabbi oder Nabbenu genannt. — Und hierdurch entgehen wir allen Verlegenheiten und finden alle Nachrichten in besserer Harmonie. Vergegenwärtigen wir uns den wahren Thatbestand. Viele Nachrichten in der talmudischen Literatur haben die dunkle Tradition, ein rö- Mischer Kaiser habe eine Vorliebe für das Judenthum gehegt, habe mit einem Nasi ein intimes. Freundschaftsverhältniß gehabt, er habe ihn sogar in politischen Angelegenheiten zu Nathe gezogen. Diese Tradition wollen wir aus der vagen Unbestimmtheit in historische Gewißheit umsetzen. Ist es da nicht geratener, sich an ein Factum zu halten, das diese Traditi-on bestätigt (selbst wenn der Name nicht stimmte), als sich mit dem Herrn Vers, an den bloßen Namen zu halten und dadurch einen Kaiser in Vorschlag zu bringen, bei dem die Hauptsache, nämlich die Judenfrenndlichkeit, mehr als zweifelhaft ist? Und wenn nun vollends, wie sich zeigen wird, auch der Name congrnirt! Versuchen wir diesen Weg. Alexander Severus' Dekanntschast mit jüdischen Verhältnissen, ja sogar dessen Vorliebe für das Jndenthum erzählen auch die römischen Quellen. Um dies Factum hervorzuheben, wollen wir nicht die bekannten Beweise wiederholen, daß er in seinem Kabinet neben Orpheus und Christus auch das Bild Abrahams hatte, daß er den Hillelschen goldenen Spruch ״was Du nicht leiden kannst, thne auch keinem Andern", an öffentliche Gebände aufschreiben und von Herolden ausruftn ließ, daß er den Wahlmodns bei jüdischen und christlichen Neligionsbeamten auch für die Ernennung von Staatsbeamten empfohlen hat, endlich, daß er die Privilegien der Juden schützte, wie er auch gestattete, zum Christenthume überzutreten. Denn alle diese Momente würden für unsere Frage nicht viel entscheiden, weil sich darin eben so viel Hinneigung zum Christenthume zeigt. Aber auf eine Notiz des Lampndius ist besonders Gewicht zu legen. Er erzählt: Die Antiochenser, Egypter und überhaupt Alexandriner haben dem Kaiser Severus Alexander in Spottliedern seine Ver- Lindung mit den Juden vorgeworfen und nannten ihn Synagogen- Vorsteher und jüdischen Hohenpriester (Archisynägogäm et Ar״ ebierea.) Wer konnte dieses Verhältnis; bester wissen, als die Antiochenser und Alexandriner, die in der Nähe des Geburtsortes Alexanders

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