Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 11 (August 1852)
- Article
- Mittheilungen aus Dresden
- Date
- 1852-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Mittheiluugen aus Dresden׳. 423 Zufriedenheit mit der Schule aus und fügte den Antrag hinzu, der Schule aus Staatsmitteln einen jährlichen Beitrag von 200 Thalern zu bewilligen, welches auch die Zustimmung des Landtags erhielt. — Auch die Stadtkasse trägt jährlich hundert Thaler zur Erhaltung der Schule bei. Die Schule selbst hat dreh Klassen und wird von siebenzig Kindern besucht, die allen Ständen anaehören. In größeren Städten pflegen Armenschulen zu bestehen, die den nicht unbedeutenden Nachtheil haben, daß sie die ausschließliche Bestimmung, eine Unterrichtsanstalt für Kinder der Armen zu sein, festhalten, und von Kindern der Bemittelten schon um ihrer Benennung willen nicht besucht werden. Und wo genießen diese den ersten Unterricht? Für sie sind keine Schulen angelegt; die allgemeine Sorgfalt hält sich nicht verpflichtet, für die Kinder der Wohlhabenden Sorge zu tragen: und wie selten die Eltern selbst den richtigen Weg finden, welchen Händen in großen Städten die Kinder bemittelter Eltern oft anverlraut werden, haben die Briefe aus London ausführlich dargestellt, und jede volkreichere Stadt liefert den Beleg hierzu! — Die Schute zu Dresden ist eine allgemeine Schule: sie wird von Mindernder Bemittelten und Unbemittelten (von letzteren unentgeldlich) besucht. Unterrichisgegenstände sind: das hebräische Fach nach verschiedenen Verzweigungen. Es wird von unten begonnen und der Unterricht durch Pentateuch, Propheten, Psalmen u. s. w. durchgeführt, so daß die die Schute verlassenden Schüler den größten Theil der h. Schrift (תנ׳'ך) erlernt haben. Auch werden die Schüler zum Verständniß nachbiblischer Schriften angehalten: und es werden ihnen daher Sätze aus רש״ו und ביאור beigebracht, ferner werden sie mit den leichteren משניות vertrauet gemacht. — Ferner: Religionsunterricht und biblische Geschichte (zumeist für Mädchen und die unteren Klaffen). Deutsche Sprache. Rechnen. Geschichte. Geographie. Naturlehre. Naturgeschichte. Französisch. Zeichnen. Für die Mädchen: Weibliche Handarbeit. — Die Unterrichtszeit währt täglich sieben Stunden (in den höhcrn Klaffen). Privatlehrer bedürfen die Kinder, etwa mit Ausnahme für Musik und Sprache, nicht, da der Unterricht vollständig Ln der Schule geleistet wird. Der Unterricht wird ertheilt von den wackern Lehrern Herren M. Landau (Vater), Dr. W. Landau (Sohn), V. Schurig. und der Lehrerin Madame M. Baumann. Lehrer und Lehrerin liegen nicht nur mit Fleiß, sondern mit Liebe und sichtlicher Hingebung der Schule ob: und diesem Umstande hat die Schule zumeist ihr Gedeiheu zu verdanken. — Der Oberrabbiner besucht öfter die Schule und nimmt auch an dem Unterrichte Theil. Herr Dr. B. Beer widmet der Schule Sorgfalt und unterziehet sich mit Liebe dem Amte eines