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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-08-01 · Heft 11 (August 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 11 (August 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-08-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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418 lieber den Lapidarstyl der talmudischen Historik. sten Unwillen von den Therapeuten abwenden: von dorther drohete sowohl dem köstlichsten Inhalte des Glaubens als dem Gesetze — der Ausführung — die größte Gefahr. Der Verkehr zwischen Palästina und Alexandrien war übrigens sehr stark; es gingen, wie aus Josephns und den Talmnden bekannt, Vornehme und Lehrer nicht selten nach Alexandrien: die Lehrer mußten oft unter den Hasmonäern dorthin flüchten, und auch Abtaljon's Vorgänger Jehuda b. Tabbai (und Simon b. Schetach) waren daselbst einige Zeit gewesen. — Und so erhält der Spruch Abtaljons einiges Licht: ״Weise, seid vorsichtig in euren Reden"; Vorsicht in metaphysischen Forschungen und Belehrungen; ״vielleicht werdet ihr auswandern müssen," die Lehrer mußten, wie bemerkt, zuweilen flüchten, ״und ihr werdet wandern an den Ort böser Ge- Wässer," dieser Ausdruck scheint nicht absichtlos gewählt; an dem Mqritischen See bei Alexandrien lebten die Therapeuten: ״und die Schüler nach euch werden trinken und werden sterben," dem Glauden absterben, ihm jene Lehren und Deutungen unterlegen; ״und so wird der Name des Himmels entweihet werden;" diese Entftellung und allegorisirende Unterwnhlung, welche Entweihung der Gottheit und ihrer Lehre! Noch sind uns Sprüche von zwei Synhcdrialvorstehern aufbewahrt: von Hillel und Schamai. Diese sind die zwei letzten Präsidenten: Herodes hatte die Axt an das Synhedrium gelegt und alle Mitglieder bis ans die oben genannten Schemaja und Abtaljon hinrichten lassen; das Synhedrium erhob sich seitdem nicht mehr zu bedeutendem Ansehen. Ucberhaupt war durch die Herodianische Dynastie ein merklicher Umschwung sowohl gegen innen als nach außen cingetrcten. Die Hasmonäischen Herrscher waren, wie auch Rachsucht, Parteihaß und andere Ausbrüche wilder Leidenschaftlichkeit ihre Regierung entstellten, Könige ihres Volkes, erinnerten sich, daß ihre Väter mit diesem Volke für die Unabhängigfeit gekämpft und mit ihm den Sieg errungen hatten, sie wurzelten in diesem Boden, in diesem Vaterlande, in diesem Glauben, für den sie eine tiefe angeerbte Ehrfurcht hegten. Den idumäischen Herodianern waren ihre Unterthanen, die Inden, wie deren religiöse und vaterländische Erinnerungen fremd: Herodes ein grausamer Wnthrich in seinem eigenen Hause war es noch mehr gegen die Juden, aus deren Stamm und Mitte er nicht entsprossen war; und noch weniger kannte er Anhänglichkeit au den Glauben, für den seine Vorfahren nicht geblutet und zu dessen Annahme sie durch Jochanan Hyrcan gezwungen worden waren. Die Herodianer waren also

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