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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-08-01 · Heft 11 (August 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 11 (August 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-08-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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415 Ueber den Lapidarstyl der talmudischm Historik. Auf Jehuda ben Tabbai und Simon ben Schetach folgten die zwei Synhedrialvorstcher Schemaja und Abtaljon. Schemaja stellte den Spruch auf: ״Liebe die Arbeit, hasse die Bevorzugung (Herrschaft), und gib dich nicht der Willkür preis." Wir verweilen vorerst bei diesem Spruche, der zwar wie alle früheren Sprüche eine allgemeine moralische Beziehung hat, aber nichtsdestoweniger auf einer historischen Grundlage und vielleicht auf dieser zumeist ruhet. Der jüdische Staat wurde unter den Hasmonäern von zwei Gewalten getragen: vom König und vom Synhedrium. Das Synhedrinm war die gesetzgebende, eigentlich die die alte — mosaische — Gesetzgebung überwachende Gewalt: hinsichtlich der sich neu gestaltenden in der mosaischen Gesetzgebung nicht bestimmten Verhältnisse, ferner hinsichtlich der Unternehmungen gegen außen, als des Eingehens von Bündnissen, der Kriegsführung und Herbeischaffung der Mittel hierzu, der Friedensschlüsse ec. stand der König an der Spitze der Staatsverwaltung"). Zwischen diesen beiden Gewalten brachen hänsig Conflicte aus: die Könige standen durch das Gesetz in mancher Beziehung unter dem Synhedrium und wie unwillkommen mochte nun solche Subordinirung ihnen sein, die doch oft sich über das Gesetz stellten und ihren Willen, ihre Willkür zum Gesetze machten! Diese Conflicte endigten nicht selten zum Nachtheile des SynhedriumS, da die Könige die Macht in ihrer Hand hatten. Das Amt eines Synhedrialmitgliedes war also zwar ehrenvoll, aber reich an Gefahren und Beschwerden. Schemaja war Präsident des SynhedriumS wie ihn dieses hohe Amt forderte: ein Mann der höchsten Energie und Unerschrockenheit, der eS wagte gegen Herodes das Todesurtheil zu sprechen, als die andern Synhedrialmitglieder feige schwiegen?). Daher seine Mahunng: ״Liebe die Arbeit", bleib in dem gewöhnlichen ruhigen Stande des von seiner Arbeit sich nährenden Bürgers; ״hasse die Bevorzugung", strebe nicht nach Größe, Herrschaft, wie sie in Beamtung etwa eines Synhedrialmitgliedes sich zeigt; ״und gib dich nicht preis der Willkür", Willkür ist hier das Königthum benannt: ein präguanter Ausdruck im Munde Schemaja's, der nur zu deutlich erfahren hatte, wie die Könige nicht nach Gesetz, sondern nach Willkür herrschen"). Zu ihnen sich Hinneigen, ihren Dienst suchen ist ein .5) Vgl. Gerichts. Beweis S. 41 ff. 7) Josephus Alterthümer 14, 9, vgl. auch öden 3. jHcst S. 119, wo Herr Dr, Gräy nachgewiesen, daß der bet JoscphuS genannte Sammias dieser שמעיה sei. 8) רשות ist seiner gewöhnlichen Bedeutung nach (lieentw) eine entspre-

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