Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 11 (August 1852)
- Article
- Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
- Date
- 1852-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Ucber den Lapidarstyl der talnmdischeu Historik. 413 der andere Synhedrialpräsident, Nitai aus Arbel, Zeuge dieser Katastrophe, gewesen zu sein: Zeuge wie gegen die Peruschim, dicmitihrem Blute .Glauben und Vaterland gerettet, gewnthct wurde, der Herrscher vergessend wem er den Thron verdanke, die Sadducäer als dessen Stützen berief, und sie die früher erfahrene Schonung schlecht vergalten. Welche Früchte hatte jener Geist der Versöhnlichkeit getragen! Darum die vorwaltende Strenge im Spruche Nitai's: ״Halte dich fern von bösen Nachbarn und verbinde dich nicht mit dem Bösen"; keine Annäherung, kein Umgang, keine Verbindung mit ihnen, die jetzt die Machthaber und — wie verschieden von den früheren Tagen des Josna ben Perachja — jetzt an allen Seiten hervorlreten! ״Und gib nicht die Hoffnung auf auf Vergeltung!" ein Hinblick auf Jochauan Hyrcan selbst: ihn den grausamen undankbaren Fürsten wird wohl noch der Lohn seiner Handlungen ereilen! Dieser trübe Zustand der Peruschim währte bis zu der Regierung des Alexander Jannai, Sohnes des Jochanan Hyrcan. Zannai war Schwestermann des Simon ben Schetach, der nun mit Iehuda beu Tabbai an der Spitze des Syuhedriums stehet: Jehuda ben Tabbai ist Nasi, Simon b. Schetach Ab-Bct-Din'). Simon war einer der größten Männer: er imponirte durch seine Energie dem wilden Janai^), war für Jugenderziehung, indem er für Schulen sorgte, thätig?), traf gesetzliche Einrichtungen und ragt vorzüglich als Wiedcrhcrsteller der Rechtspflege hervor. Sein Spruch und der Spruch seines Genossen Jehuda beziehen sich auf die riehterliche. Ausübuug des Rechtes und sind — wie wir es in ahnlicher Weise bei den Sprüchen der Männer der großen Synagoge (oben S. 201) wahrgenommen haben —, Aufschriften für die Aufgäbe, die diese Männer sich gesetzt hatten. Es würde weit die Grenzen eines literarischen Aufsatzes überschritten, diese Sprüche, die mit dem Gerichtsverfahren des talm. Rechts tief zusammenhängen, nach ihrem eigentlichen Inhalte wiederzugeben * 1 2 3); wir ziehen daher vor, an deren Stelle manchen Zug hervorzuheben, der uns mit dem S. 78 ff.), und es scheint, daß durch ungenauen Bericht der bah. T. die Begebenheit des Jeh. l». Tabb. auf Jos. b. Perach. übertragen habe. S> Vgl. hierüber Kidduschin 66. j. T. Berachot 7, 1., vgl. auch j. T. Chagiga 2, 2, wo discutirt wird wer von diesen beiden Nasi und wer Ab-Bct« Din war. 1) Wie sein Verhältniß zu diesem Jannai (jcr. T. Berachot u. sonst) zeigt- 2) Vgl. jcr. T. Ketubot 8, II. S) Vgl. hierüber ausführlich Frankel Gerichtl. Beweis S. 86 ff. und Anmerk, zum 1. 2. Kap.