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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-08-01 · Heft 11 (August 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 11 (August 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-08-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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412 ttekt beit Lapidarstyl der talmudischen Historik. Meinungen abwichen, die sie wohl jetzt nicht zur Schau trugen, wurden geschont oder blieben vielmehr unbeachtet. War doch das Land reichlich mit Bürgerblut getränkt, der langwierige Kampf hatte Tausende hinweggerafft: ein neuer.Bürgerkrieg würde das Land vollends verödet und es zur leichten Beute seiner, wie die Geschichte zeigt, noch immer lauernden syrischen Feinde gemacht haben. Die Einsichtigeren und von der Sorge für das Wohl des Vaterlandes wahrhaft Durchdrungenen mochten daher wohl gern den Geist der Milde und Versöhnlichkeit vorherrschen lassen: und dieser Geist dürste in den Worten des Josua b. Perachia, des als Synhedrialpräsi- Leuten einflußreichen und das Vaterland vertretenden Mannes zu vernehmen sein. Er mahnt einen Lehrer und Freund zu erwerben, daß man sowohl beim Erlernen als im vertraulichen Umgänge sich nur an der einen, rechtmäßigen Glaubcnsquelle labe: doch beurtheile man nichtsdestoweniger Jeden mit Nachsicht, man sei nicht sogleich bereit, ein Verketzerungsurtheil auszusprcchen und auf einen Verdacht Jemanden als Parteigänger der Abtrünnigen, als Feind des Glaubens und des Vaterlandes zu verdammen: ״beurtheile Jedermann nach der bessern Seite" ist der Schlußstein seines Spruches. — Aber dieser Geist der Versöhnlichkeit wurde von oben herab verscheucht, an seine Stelle Parteihaß und Seetirerei vom Thron auS ins Leben gerufen. Jochanan Hyrcan lud einst die Peruschim, deren eifriger Anhänger er war, zur Tafel und gab ihnen feine Er« gebenbeit so sehr zu erkennen, daß er sie aufforderte, im Falle sie ein Unrecht an ihm wüßten, es offen auszusprechen. Ein Peruschi erhob sich hierauf und sagte, daß er sich der Hohepriesterwürde begeben möge, da seine Mutter zur Zeit der Schwangerschaft mit ihm bei den Feinden gefangen gewesen sei s). Jochanan wurde, weil die Peruschim nicht den Redner mit Tode bestraften, auf's Aeußerste aufgebracht, ließ die Lehrer hinrichten und warf sich dem Sadducäismus in die Arme ss. Ob Josua b. Perachja dieses unselige Ereigniß erlebt ist schwer zu ermitteln 2); aber wohl scheint 6) Und also ein Zweifel über die Legitimität seiner Geburt obwalten. Vgl. ausführlich oben S. 16 und Anm. 3 das. 7) Diese Erzählung findet sich Kidduschin 66. und stimmt mit ihr Joseph. Alterth. 13. 10 bis auf einige Nebenumstände ein. Ueber den Kidduschin a. a. O. genannten Jannai vgl. oben S. 16 Anm. 3. 8) Nach einer Stelle im bab, T. Sota 47 flüchtete Jos. b. Perachja nach Alexandrien, erlebte also noch die ausgebrochene Verfolgung. Allein das dortige Factum wird in nur kleiner Abweichung jer. T. Cchagiga %, % von dem auf Josua folgenden Synhedrialpräsidenten Jchuda ben Tabbai erzählt. Her jerns. T. ist in derartigen Referaten zuverläsflger als der bab. T. lvgl. oben

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