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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-08-01 · Heft 11 (August 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 11 (August 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-08-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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408 Ueici: den Lapidarslyl der talmudischcn Historik. dringen hellenischen Lebens und Lehren bis zu dem völligen Ausbruche des Nationalkampses und forschen, wer die eigentlichen Vcrtreter des väterlichen Glaubens waren, so dürften sie in den Reihen der Priester, wenn auch später der Aaronide Mattathias und seine gottbcgeistertcn Söhne sich für Rettung des Glaubens und des Vaterlandes erhoben, vergebens gesucht werden. Wie früher die Priester, nur den eigenen Vortheil berücksichtigend, sich gegen die das Entstehen des neuen Staates bedrohenden Samaritaner freundlich bewiesen hatten (vgl. oben S. 210), so hatten jetzt viele von ihnen mit dem Feinde gemeinschaftliche Hand gemacht. Welche Schmach brachten Hohepriester wie Jason, Menclaus, Alkimus über Israel, und wie würdigten sich die Priester selbst, indem sie Tempel und Opfer vernachlässigten und an dem unwürdigen antiuationalen Treibcn Theil nahmen (vgl. 2. Macc. 4, 14), herab! Jenes mittlere Glied ״der Opferdienst" konnte daher nicht mehr auempfohlen werden. Die diesen Dienst zu verrichten hatten, waren einer großen Anzahl nach nicht Diener Gottes, ihre Hand verunreinigte die Opfer. Jose bcn Jasser, der Chasid — Fromme—unter den Priestern wurde um die Zeit vor dem Einsalle deS AntiochuS und der darauf erfolgten Erhebung des Mattathias, Präsident —Nasi— des Syuhedriums. Zu ihm hatte man, obschon Priester, wegen seiner ausgezeichneten Frömmigkeit Vertrauen; doch wurde der Vorsitz den früher ausschließlich der Hohepriester annahm, getheilt, und man ernannte einen Vornehmen°) aus Jerusalem, Jose ben Jochanan, zum Mit- oder Vicepräsidenten (Ab-Bet-Din). Diese beiden Männer suchten denn auch den Volkssinn zu stärken und den griechischen Einfluß moralisch zu brechen. Von ihnen hat sich die Verordnung erhalten, daß der Boden des Auslandes als levitisch unrein zu bctrachten sei (Schabbat 14); ferner sprachen sie eine levitische Unreinheit hinsichtlich der Glasgeschirre aus (das.). Die abgefallene Partei hatte Heiligthum und Opfer entweihet und verunreinigt; die Vorschriften der levitischen Reinheit sollten nun eine Scheidewand zwischen den Treugebliebenen und den Abtrünnigen bilden, gleichsam das Losungswort sein, an dem die beim Glauben Ausharrenden einander erkennen und in sich das Gefühl der Selbstständigkeit und des Widerstandes gegen griechischen Einfluß erwecken^). Vielleicht wollte auch die Vorschrift hinsichtlich des ausländischen Bodens dem häufigen Verkehr mit Syrien entgegentreten: dorthin, zu den in dessen Hauptstadt residirenden Großen zogen häufig die jüdischen g) Wie der Ausdruck (איש (ירושלים besagt. 1) Vgl. Frankel Zeitschrift a. ct. O. S. 454.

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