Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1852)
- Article
- [Rezension] / M.
- Date
- 1852-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Necensionen und Anzeigen. 389 und deren Parteien dargestellt und wie jedes Extrem das entgegengesetzte hervorrust, als: die Schwärmerei das Leugnen der Existenz alles Geistigen, der Aberglaube den Unglauben, die Werkheiligkeit die Verachtung des Gesetzes und der gesetzlichen Handlungen; und Wiedas wahre Heil nur in der Mitielstraße zu suchen ist. Jedoch wird gründlich nachgewiesen, daß diese Mittelstraße keinesweges, wie man nach alter Anschauungsweise zu glauben Pflegt, darin besteht, von jedem Systeme sich etwas anzueiguen, was keine radicale Kur für obige Uebel abgeben kann, sondern in der Erhebung zum höheren und böchsten Standpunkte, wo die Gegensätze überwunden und aufgehoben werden. Betreffs der Behandlung des Judenthumes sowohl in feiner Totalität als in den einzelnen Momenten und der wahren Erkenntniß seines Wesens und der geschichtlichen Entwickelung, stellte sich der Verf n ff er durchgeh ends im Werke eben auf diesen höchsten Standpunkt, den beiden gefährlichen Klippen der Orthodoxie und Heterodoxie glücklich ausweichend. , Im fünften Abschnitte — der aber unseres Erachtens später und in den philosophischen Theil gehört, und unvollendet ist —• wird der teleologische Beweis vom Dasein Gottes, den der Verfasser mit Kant als einen schon in der Urzeit bekannten hält, erörtert und dessen Evidenz nach Hegel dargethau. Der sechste und siebente Abschnitt behandelt das Wesen der Neligion überhaupt oder das aller Religionen mit dem Nachweise, daß jede auf noch so niedriger Stufe stehende Religion immer das Geistige als Ausgang- und Endepunkt enthält, und daß die meisten Religionen nur eine theilweise Manifestation des Geistes erkannt und für das Ganze genommen haben, während das Judenthum zur Erkenntniß der geistigen Totalität des Absoluten gekommen und darauf bafirt ist. Im achten, neunten und zehnten Abschnitt, entwirft der Verfasser nach vorausgeschickten Betrachtungen über die drei Perioden, welche jede Nation gewöhnlich durchmacht, nämlich die des Wachsthumes, Gedeihens und Verfalls eine resumirte, durch die Fackeln der Kritik und Philosophie beleuchtete Geschichte der Juden und der jüdischen Jnsti- Lutionen, seit deren erster Entstehung bis ungefähr 150 Jahre nach dem Untergänge des jüdischen Reiches, und weist nach, wie Juden und Judenthum diese drei Cyklen dreimal durchgemacht haben, wobei es nicht an gründlichen freimüthigeu, zugleich aber auch erbauenden und belehrenden Bemerkungen fehlt, über Ursache und Wirkung, Vortheile und Nachtheile dieser vor unseren. Augen sich aufrollenden Entfaltung. Der eilste Abschnitt enthält erläuternde Bemerkungen über die früheren Abschnitte, in denen hauptsächlich die Bestimmung der Ab-