Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1852)
- Article
- [Rezension] / M.
- Date
- 1852-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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390 Recensionen und Anzeigen. faffungszeit vieler kanonischen Schriften oder Theile derselben und ihre Bedeutung begründet wird. Der zwölfte Abschnitt war zur Schilderung der jüdisch-alexandrinischeu Philosophie bestimmt, ist aber nicht nur unvollendet, sondern unangefangen geblieben und enthält nur einige gesammelte Notizen aus Philo, Dähne und Neander zum Behufe dieser im Plane gehabten Arbeit. Der dreizehnte Abschnitt. Einer der merkwürdigsten des Werkes, in welchem die Entstehung, Ausbildung und das ganze Verfahren bei der Entwickelung der traditionellen Lehre und deren Doeumente mit eben so viel Erudition als Scharfsinn dargestellt wird. Der vierzehnte Abschnitt enthält eine Definition und ausführliche Schilderung der älteren rabbinischen Agada, und eine begründete Sichtung des Echten und Unechten in derselben. Mit dem fünfzehnten Abschnitte beginnt in unserer Ausgabe der philosophische Theil des Werkes. In diesem werden die philosophischen Systeme der Gnostiker und deren Verhaltniß zur jüdischen Geheimlehre oder Kabbala gegeben, und wird auf viele asfirmirende oder resutirende Stellen in der rabbinischen Literatur aufmerksam gemacht. Der sechzehnte Abschnitt enthält zum Behuse der Verständigung der Religions-Philosophie, eine Darstellung der Hegel'schen Logik in einem sehr faßlichen veranschaulichenden hebräischen Style. Jedoch ist derselbe nicht vollendet. Der siebenzehnte und letzte Abschnitt. Eine überaus vortreffliche, mühsame und ersprießliche Leistung, in welcher das ganze-tiefe originelle, philosophische und theologische System des bekannten jüdischen Gelehrten Aben-Esra aus dessen zahlreichen zerstreuten Schriften aus schlagende unbestreitbare Weise entwickelt und nachgewiesen wird. Wir enthalten uns jeder speciellen Beurtheilnng dieses Werkes, nur wird die allgemeine Bemerkung nicht überflüssig sein, daß, obwohl der Verfasser in seiner subjektiven Anschauungs- und Aufsaffungsweise durch und durch Hegelianer ist, derselbe doch immer seine Selbstständigkeit behalten, nur die Grundprincipien des Hegelianismus, nicht aber alle seine Konsequenzen adoptirt hat und sich nie verleiten ließ, dem objectiven Judenthume, das er genau kannte, Meinungen zu vindieiren, die demselben fremd waren. Herr Dr. Zunz, der sich unstreitig ein großes Verdienst durch die, unsägliche Mühe und vollkommene Sachkenntniß erfordernde Redaction erworben hat, hat das Werk mit einer kurzen hebräischen Vorrede begleitet, die, obwohl in einem etwas harten Hebräisch, doch viel Treffliches und Entsprechendes enthält und eine schöne Zugabe zu diefern Werke bildet.