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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
Über die Bachuzim
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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379 Bericht über die Bcichuzim. Nomadenleben ist überhaupt wenig zur Vervollkommnung des Menscheu geeignet. Es gestattet nicht eine Entwickelung der natürliche» Anlagen, und noch weniger daß das Genie sich kündthue; Vcrstand und Gefühl verbleiben fast im Naturzustände, und setzten sich nur das zum Ziele, wozu die ersten rohen Bedürfnisse jeden Menschen treiben. Für die Entwickelung des menschlichen Geistes bedarf es einer Reihe von Umständen, die man nur in dem gebilde-' tcn Leben civilisirter Völker findet. Die von denen ich die Ehre habe Ihnen zu erzählen, besitzen nicht nur nichts von dem was zu ihrer moralischen und geistigen' Vervollkommnung nöthig ist, sondern ihre besondere Lage gestattet ihnen nicht, selbst die Culturstufe ihrer Nachbarn zu erreichen. Verbreitet über die ganze Provinz wohnen sie nur in Gruppen von vier oder sechs Familien zusammen. Sie sind daher natürlich ohne Schule, ohne Synagoge, ohne geistliches Oberhaupt; ihre Kinder wachsen in der tiefsten Unwissenheit auf, sie können weder arabisch schreiben noch sogar hebräisch lesend Doch lassen Sie es uns auch schnell zum Ruhme unserer Nation sagen, der israelitische Sinn hat sich beiihnen vollständig erhalten. Sie beobachten die Ruhe des Sabbats und der anderen Feste: sie legen eine große Hochachtung an den Tag für unfern Lehrer Moses (משה רבעו), den sie bestänbig bei ihren Eiden und Gebeten anrufen. Wenn sie einen Kna- Den3 4) haben, so tragen sie ihn in die nächste Gemeinde, um ihn beschneiden zu lassen; und da sie keinen Schoch et haben, so enthalten sie sich das ganze Jahr des Fleisches. Ihre Hauptnahrung ist der Kuskus in Milch. Die Polygamie ist bei ihnen noch in Gebrauch: sie heirathen bis an vier Frauen; aber sie scheiden sich mit derselben Leichtigkeit von ihnen wie sie sie heirathen. Doch willigen sie nur dann in die Entlassung durch Scheidung ein, wenn ihnen die 100 oder 200 Franken, die sie dem Schwiegervater gegeben, wiedererstattet werden, denn in ihren Augen ist die Heirath nur ein Handel zwischen dem Manne und den Eltern der Frau; es ist die Erwerbung ei»es Gutes, das man nur gegen den Werth den man dafür gegeben hat losläßt. Dieses sind die Sitten und die Lage der Bachuzim: eine ungewisse, unglückliche und vorzüglich für unsere Religion wenig rühmliche Lage. Und unter dieser doppelten Beziehung verdient sie Ihre größte Aufmerksamkeit. Es handelt sich um nichtsweuiger, als einen 3) Im Texte ist etwas ungenau x>r6rm6r-nö. 4) Im Texte (entweder Schreib- oder Druckfehler) higamie. Sranfet, Monatsschrift, l. 29 ־

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