Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
Über die Bachuzim
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829133-2829144-2851954--00473-2851984
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

380 Bericht über die Bachuzim. bedeutenden Thei! unserer Glaubensgenossen in diesem Lande zu neuem Leben zu erwecken, indein mail ihnen eine neue Lausbahn eröffnet. Sie werden, ich will es nicht verhehlen, große Schwierigkeiten in der Anssührnng eines solchen Borhabens finden; Sie werden aber von der andern Seite von Jenen selbst, deren physische und moralifche Wohlfahrt sie verbessern wollen, unterstützt werden. Die Bachuzim Hassen seit der französischen Besitznahme (von Algier) mehr als einmal Gelegenheit gehabt, ihre Lebensweise nach deren eigentlichem Wcrthe zu bcurtheilen. Zeugen der vollständig brüderlichen Behandlung, welche Jene erfahren die sich unter den Schutz Frankreichs stellten, fangen sie an einen tiefen Widerwillen gegen ihren Aufenthalt unter Männern zu bekommen, die Feinde eines Jeden sind der nicht Muselman ist. Die in unserer Provinz eingeführte Arbeit und geregelter Handel haben in ihnen schon seit langer Zeit den Wunsch erweckt, einen Trödelhandel zu verlassen, der ihnen nur ^endlich eine Lebensquelle darbietet und noch dazu fern von ihren Glaubensgenossen. Aber um einer Laufbahn zu entsagen, muß man sich sogleich eine andere eröffnen. Was wollen Sie also den Bachuzim Vorschlägen, um ihre Lage zu verbessern? Nach meiner Ansicht können Sie ihnen nicht besser dienen, als indem Sie ihnen die Mittel, den Boden zu bebauen, anbieten. Dieser Gedanke ist nicht neu. Er gehört der höchsten Behörde an, die seit langer Zeit den Wunsch ausgedrückt hat, die Israeliten dieses Landes möchten sich dem Ackerbau widmen. Die Ordonnanz vom 9. November 1845 über Organisation des israelitischen Eultus in Algerien drückt sich im 9. Artikel folgendermaßen aus: ״Die Functionen der Consistorien sind ... 3: die Israeliten zu nützlichen Professionen und ganz besonders zum Ackerbau anfzumuntern." Sie wissen, daß das Project, unsere Glaubensgenossen an Arbeiten dieser Art zu gewöhnen, schon lange in der Hauptstadt von den wahren Freunden des Fortschritts im Auge behalten wurde. Man hat oft versucht die Israeliten des Elsaß vom Kleinhandel abzuziehen, um ihre Existenz besser durch Feldarbeit zu sichern. Der frühere Stand der Dinge hat sich jedoch nicht viel in dieser Beziehung geändert, und die Israeliten dieser Provinz sind heute nicht piel mehr Ackerbauer als vor hundert Jahren. Doch darf dieses nicht entmuthigen. Wenn der Ackerbau nicht hat unter unseren sranzösischen Glaubensgenossen Wurzel fassen können, so ist der Grund hierfür, sie besitzen nicht Ländereien um sic anznbaueu. Ueberdieß haben sie nicht eine dem Stande des Landmanns geeignete Erziehung erhalten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.