Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1852)
- Article
- Über die Bachuzim
- Date
- 1852-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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378 Bericht über die Bachuzim. ihren Eltern Unterhalt zu verschaffen weit weg von ihren natürlichen Leitern entfernen, und sich täglich durch Berührung mit ihnen so neuen Dingen und durch eine von ihrem Wesen so weit abstehende Freiheit der Gefahr auszugleiten ausgesetzt sehen: wenn das Dienstverhältniß sich unter solcher Gestaltung darstellt dann ist es das Zeichen eines tiefen Elends, und ist es Ihre Pflicht es durch alle Ihnen zu Gebote stehenden Mittel wegzuschaffen. Doch ehe ich Ihnen diese Mittel angebe erlauben Sie mir Ihnen Mittheilungen über die auf dem Lande wohnenden, gewöhnlich בהוצים genannten Israeliten zu machen. Es finden sich auf allen Punkten der Provinz, und vorzüglich auf der Seite von Setif, Batna, Biskara und Bugia ungefähr fünfzehn hundert Jsrae- Uten, deren Lebensweise in mancher Hinsicht die Zeiten der Pa triarchen zurückruft, und nichts mit dem was wir um uns wahrnehmen gemein hat. Diese unsere Glaubensgenosse» haben keinen festen Wohnsitz. Irrend, Nomaden lassen sie sich bald hier bald dort nieder, je nach dem Vorthcile den sie nach ihren Handelsberührungen mit den muselmänischen Arabern finden, in deren Mitte sie leben. Sie sind im Allgemeinen stark, von großer Gestalt und entschlossenem Muthe. Früher diente eine große Anzahl von ihnen unter dem Scheich von El-Ilananeha als Soldaten. Sic zeichneten sich durch ihre Geschicklichkeit und Standhaftigkeit im, Kriege aus. Sie haben diesen Muth noch jetzt bewahrt; aber ihre Beschäftigungen haben sich geändert, Heutigen Tages ist ihr einziges Existenzmittel die Perfertigung von Luxusartikeln, als Armbändern, Nadeln, Jlhalhhgl, Ohrringen, die sic den Frauen Kabyliens verkaufen. Sie wohnen wje die Kabylen das ganze Zahr unter Zelten; sie tragen dieselbe Kleidung wie diese und sprechen dieselbe Sprache. Kaufleut« und Handwerkcr zugleich, sollte man meinen, daß ihre Stellung eine der besten sei; dem ist aber durchaus nicht so. Sie ziehen nicht nur wegen des Geizes ihrer Abnehmer keinen großen Profit aus ihrem Perkaufe, sondern sie sind jeder Art schlechter Behandlung von Seiten ihrer Nachbarn ausgesetzt, die in ihnen ihre israelitische Herkunft anfeinden und sie genug theuer das Recht unter ihnen zu wohnen zahlen lassen. Uebcrdjes müssen sie um zu verkaufen aller List sich bedienen, die zuweilen über die gewöhnliche kaufmännische List hinansgehet. Was aber vorzüglich Ihre ernsteste Aufmerksamkeit vcrdient ist die moralische und religiöse Existenz der Bachuzim?). DaS 2) Bachuzim (von בחוץ) heißt die Draußenwohnenden- oder Weilenden, D. dl