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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
Das Judenthum der Zukunft
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Das Judenthmn der Zukunft. 37 l Seelenvcrmögcn abgetreten hatte, so mußte eine andere höchste Autorität entscheidend sein — -er subjcctive Glaube. — Je nach den Culturgraden; durch welche das menschliche Geschlecht sich hindurch wand, war dieser Glaube dem natürlichen Menschenverstände, der nicht blos durch die Sinne sich gefangen halten läßt, näher oder ferner gerückt. Je weiter er sich davon entfernt hatte, desto stärker ward wieder bei unabhängigen Geistern der Antrieb, jenen Versuch, durch eigenes Nachdenken, durch Vernunftbeweise zur Erkenntniß des Ewigen (Absoluten) zu gelangen, wieder aufzunehmen und den Denkproceß wieder von Neuem zu beginnen. Daher die in fast allen Zeitaltern sich wiederholenden Conflicte zwischen Glauben und Wissen, oder mit anderen Worten zwischen Religion und Philosophie. Da die Prämissen beider Anschauungen verschieden waren, dort aus dem Endlichen das Unendliche erforscht, hier etwas Unbegreifliches in die Natur hereingebracht und geglaubt werden sollte, so konnten sie nie in höherer Einheit ausgehen, sondern mußten vielmehr, je heftiger der Kampf, in desto weiter abstehende Gegensätze auseinandergehen. Sind aber wohl beide Richtungen, in ihrer äußersten Consequenz genommen, wirklich naturwüchsig? Soll der Mensch sich abmühen das Unerforschliche, das Absolute, mit seiner endlichen Vernunft ergründen und erforschen zu wollen? Soll er sich aber wieder andererseits einem Glauben blindlings unterwerfen, den Vernunft und Verstand nicht immer anzuerkennen vermögen? — Aber wahrlich dieser gewaltige Zwiespalt entstand nur, weil man auf beiden Seiten von falschen Voraussetzungen ausgegangen war. Dort — im Gebiete des Forschend — stellte man den Menschen zu hoch, man hielt ihn für befähigt mit der Vernunft selbst Gott demonstriren zu können; hier—im Bereiche des Glaubens — hielt man ihn für zu gering, man erheischte von ihm Entsagung alles Selbstdenkens auf -Kosten gewisser gläubig anzunehmendcn Dogmen. — Noch ein Moment gibt es aber, das im Menschen lebt, das ihn feinen Schöpfer erkennen läßt und das beide Extreme übersehen hatten. Nicht philosophisch bewiesen und nicht blind geglaubt will das allgütige Wesen sein, das uns in diese Welt versetzt hat. Sein Dasein ist die Ursache alles Dessen was ist, so fühlt es unser Inneres, so drängt es sich unserem Gemüthe aus, so und nicht anders lehrt es der gesunde Menschenverstand (nvwdlnn NI^VD); es ist das Ergebniß der geistigen Bcschaffenhcit des Menschen. Nicht durch das Forschen gelangen wir zu ihm, sondern weil wir forschen; wir könnten unsere Augen nicht

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