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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
Das Judenthum der Zukunft
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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370 Das Judcnthum der Zukunft. denthume Vorkommen, um deren Unzulässigkeit, Hohlheit und Oberflächlichkeit einigermaßen ans Licht zu stellen. Gehen wir auf die ersten Anfänge des menschlichen Nachdenkens über die außer uns befindlichen Gegenstände zurück, so findet sich, daß man zuerst den Blick richtete auf Das, was vor Augen lag. Man sah sich selbst, die Menschen und Dinge um sich, die einzelnen Erscheinungen in der Natur u. s. w.; bald begnügte man sich nicht mit bloßer Anschauung, man dachte über die Beschaffenheit der Gegenstände nach. Die Wißbegierde erweiterte sich und man wollte nun auch den Ursprung der Dinge erforschen, wie es gewesen ehe wir selbst und die Gegenstände um uns entstanden waren, wer ihr Urheber fei? — Da man bei dem Wege den man einschlug von einem bestimmten (concreten) materiellen Gegenstände ausgegangen war, — man hatte das Sichtbare, Gegenwärtige vor Augen und wollte etwas׳ Unsichtbares, Unbestimmtes wissen, — so mußte man natürlich auf Schwierigkeiten stoßen, den Ursprung dieses Gegebenen und Tastbaren aus etwas Unkörperlichem, Reingeistigem sich klar und deutlich erklären zu können. Alle Versuche, das außerhalb des menschlichen Fassungsvermögens Liegende (das Transcendente) streng beweisen zu wollen (logisch zu demonstriren), mußten daher scheitern, sobald sie die der menschlichen Vorstellung gezogene Grenze überschreiten wollten. ״ ופני לא יראוmein Antlitz (spricht Gott) kann nicht geschauet werden" (2. Mose 33, 23.) d. h. vom Standpunkte des Schauend, von der menschlichen Vorstellung (dem Concreten) ausgehend, kannst du nicht zur Erkenntniß meines Wesens (dem Abstracten) gelangen. ״Wer in vier Dinge schauen will, was oben, was unten, was vorher (vor Entstehung der Welt) war und was nachher seinwird u. s. w. von dem ist es so gut als wäre er nicht zur Welt gekommen" (Mischna, Chagiga ll-, 1.) d. h. wer das Abstracte, Transcendente, vom concreten Standpunkte ausgehend zu erforschen wähnt, der hat die Grenze, die ihm in dieser Welt gesetzt, überschritten; er hat den Zweck, wozu er in die Welt gekommen, nicht erfüllt. — Fand das Wissen, in strengem Sinne, hier seinen Zielpunkt, so behaupteten dagegen Andere, innerhalb dieser Linie, in der Natur selbst, in ihren einzelnen Erscheinungen, in Annahme bevorzugter Wesen, weit sicherer zu dem Resultate gelangt zu sein und das Göttliche gefunden zu haben; daher Vielgötterei und Anthropomorphismus in ihren verschiedenen Abstufungen, vom Fetischismus bis zur Anbetung eines einigen Gottes aber in Körperhülle. Da hier nicht die Vernunft zu gebieten, sie ihren Thron vielmehr der Einbildungskraft und anderen

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