Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1852)
- Article
- Das Judenthum der Zukunft
- Date
- 1852-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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368 Das Judcnthnm der Zukunft. ״ אין יראהohne Kenntniß der göttlichen Lehre gibt es keine GotteSfurcht", daher ihre hauptsächliche Sorgfalt war, ihren Nachkomnren Unterricht in den Urkunden und Schriften der Religion zu verschaffen, so daß wenn auch nicht Alle Theologen wurden, doch Keiner mindestens Ignorant in religiösen Dingen (עם■הארץ) werden sollte. Wie verhalten sich hingegen die heutigen sich ״Altgläubig" Nennenden, manche lobeuswerthe Ausnahmen abgerechnet? Werden nicht selbst Söhne ganz orthodoxer und wohlhabender Eltern nach zurückgelegtem 13. Lebensjahre ausschließlich mit ihrem bürgerliche» Berufe beschäftigt, ohne ihnen auch nur in Muße und Ncbenstundcn einen fortgesetzten Unterricht in den h. Urkunden, in den Lehren oder der Geschichte des Judenthums zukommen zu lassen? Wo soll da für das zukünftige Geschlecht Liebe und Anhänglichkeit an die angestammte Religion Herkommen, wenn nicht dafür gesorgt wird, daß man sie kennt? ״ ושננתס לבנין־ihr sollt sie einschärfen euren Kindern" ist darum eins der wesentlichsten Gebote des Mosaismns. Was geschieht aber von den sogenannten ״Frommen" heutiger Zeit für die Forterhaltung der Religionskenntniß? Wo sind die reli« giösen Bildungsanstalten, die sie fördern? Wo die religionswiffenschastlichcn Werke, deren Herausgabe sie fördern, wie dies die Väter so gern und so oft thatcn? — Manche dieser ״Frommen" sind in ihrer Unklarheit wohl so offen, einzugestehcn, ״daß sie wohl wüßten, ihre Kinder und Enkel würden nicht in ihren Wegen wandeln, es stehe ihnen aber kein Mittel zur Abhülfe zu Gebote, darum wollten sic selbst nur noch recht fromm sein und Alles genau beobachten, um gleichsam die Zukunft zu sühnen"; die Besseren dieser Art sprechen noch allenfalls von dem Vertrauen zu Gott, daß er auch für die Zukunft das Judenthum nicht sinken lassen werde, והושע לו ״ ורועוsein Arm wird sich helfen", (wie die Alten sich ausdrückten), aber — sie selbst stehen regungslos und thun nichts für diese Zukunft! Betrachten wir nun die andere Anschauung, die besonders bei einem großen Theile der jüngeren Generation Platz gegriffen hat.— Da finden wir, obwohl praktisch die Ausflüsse des Reformismus in höchster Potenz, doch eigentlich wenig mehr von den Principien, wovon die früheren Reformer ausgegangen waren. Ist es etwa blos ein Nachdenken über einzelne Lehrsätze und Ceremonieen, womit man sich begnügt? Hegt der Eine oder der Andere etwa blos Zweifel gegen das Alter oder die Ursprünglichkeit dieser oder jener Tradition und der daraus hervorgehenden Satzung? Oder forscht man selbst über die wesentlichsten Grund- und Glaubenssätze der