Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1852)
- Article
- Das Judenthum der Zukunft
- Date
- 1852-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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367 Das Jildcnthii»! der Zukunft. befreundete selbst manche frühere stricte Anhänger des Alten mit gewissen CultuSverbesscrungen, die man in der neuen Stellung nunmehr nicht umhin konnte, als unumgänglich nöthig anzuschen, während andererseits manche frühere ungestüme Forderungen nach Neformen, im Hinblick auf dadurch zu erlangende Rechtserweiterungen, jetzt nicht mehr auftanchen konnten. So hatte sich der Kampf auf religiösem Gebiete in einen stillschweigenden, freilich zum Theil unbewußten Waffenstillstand verwandelt. Endete aber diese Waffenruhe mit einem Frieden? — Wenn wir unter Frieden den Zustand begreifen, wo eine jede der früher streitenden Parteien nunmehr in ungestörtem freudigem Besitze des von ihr Erstrebten sich befindet, fei es nun in Folge eines völligen Vertrages unter den.Kämpfenden, der die volle Anerkennnng der Errungenschaften Beider, sowie ihrer Berechtigung hierzu enthält, oder mindestens in Folge eines förmlichen Cvmpromisses, so vermögen wir den Zustand, wie wir ihn jetzt innerhalb des Judenthums in religiöser Hinsicht, zumal in Deutschland, erblicken, einen gesegneten Friedenszustand noch nicht zu nennen. Betrachten wir diese Verhältnisse etwas näher. — Abgesehen von Deneu, die in sich bewußt dem Entwickelungsprocesse des religiösen. Geistes im Menschen mit Vertrauen und Zuversicht entgegensehen und die die große Zukunft des Judenthums nie verkannt haben und nicht verkennen, daher in ihrer religiösen Handlungsweise nach diesem Ziele stets Hinsteuern (und deren Anzahl Gottlob nicht gering ist), bieten sich jetzt besonders zwei Agglomerate oder Anschauungen (wir nennen sie nicht Parteien), die ziemlich an Umfang gewonnen haben, unserer Aufmerksamkeit dar. Es sind erstlich Diejenigen, größtenthcils der älteren Generation angehörend, die noch an dem Alten sesthalten, für ihre Person alle herkömmlichen religiösen Observanzen genau beobachten. Aber sind es noch die Alten auch nur der jüngstverflossenen Periode? — Letztere, von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit auch der unwesentlichsten Gebräuche der Religion fest und innigst überzeugt, zogen fast eine chinesische Mauer um ihre Kinder und Pflegbefohlenen, damit sie nicht vom Gifte der Neuerungen angestcckt würden, während unsere Alten, bei aller Bethenernng fester Anhänglichkeit zur väterlichen Religion und strenger Handhabung ihrer Satzungen, über die Nichtbeachtung selbst der wesentlichsten Leremonieen von Seiten ihrer Angehörigen gleichgültig hinweggehen. — Jene hielten nicht bloS auf Uebnng, sondern eben so ans Kenntniß der Religion, dem alten Spruche folgend אם אין תורה