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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-07-01 · Heft 10 (Juli 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 10 (Juli 1852)
Article
Das Judenthum der Zukunft
Date
1852-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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365 DaS Judeathum der Zukunft. muug des Menschen zuerst gelehrt, ״in Gottes Ebenbilde ist der Mensch geschaffen" (1. Mos. 1, 27): daß die alten Lehrer des Judenthnms diese Lehre ja immer eingeprägt hatte», ״ ״dies ist das Geschlechtsregister des Menschen (1. Mos. 5, I.)"" ist der Hauptgrundsatz der göttlichen Lehre", (denn es heißt am Schluffe jenes Verses ״in der Aehnlichkeit Gottes machte er ihn", Ber. rabba v. 24. vgl. Jefe Mareh zu j- Nedar. c. 9.), ״Geliebt ist der Mensch, er wurde in Gottes Ebenbilde erschaffen, und besonders liebt ihn Gott, da er ihm kund that, daß er in seinem Ebenbilde erschaffen sei" (Abot IN, 18. und so viele ähnliche Stellen). Hatten grauenvolle Jahrhunderte die ewige Wahrheit dieser Aussprüche zuweilen säst vergesstn lassen, so wurde sie nun um so freudiger und begeisterter ausgesaßt, und ihr echthumaner und tief sittlicher Inhalt ward jetzt neben der angestammten reinen Gotteslehre als siegreiches Panier für die Zukunft des Judenthums entfaltet. Die glühende Liebe zur Religion, welche selbst den Tod um ihretwillen für nichts achtet, fand jetzt keine Gelegenheit mehr zur Ausübung. Die Liebe war geblieben, es war dies aber keine naiv-schwärmerische Liebe mehr, die ohne Zaudern und Nachdenken, im tiefinnigsten Gefühle der Wahrheit für den geliebten Gegenstand sich hingibt; es war eine Verstandesliebe, man erkannte die Vorzüglichkeit der väterlichen Religion und hatte sich.überzeugt, daß sie auch den — allerdings etwas veränderten Allsorderungen einer vorgeschrittenen Zeit genüge. Jemehr aber das Licht des Verstandes die blütenreichen Gefilde der Religion zu erhellen begann, desto sichtbarer wurden auch darin die Schlagschatten, welche manche Hecken und Verzäunungen warfen. Man sann nach, wie solche dunkle Partieen hinwegzuschaffen, wie allerlei Unebenheiten wohl zu ebnen seiil möchten, Alles dies in keiner andern Absicht, als um die Sieligion selbst in desto hellerm Glanze strahlen zu lassen. Hier trennten sich nun aber allmälig die Pfade der bisher friedlich nebeu einander Wandelnden. Die Einen hielten die alte breite Heerstraße, der wir Jahrtausende gefolgt, auch ferner noch für den alleinigen rechten Weg, der zum ״Könige aller Könige" führt (;(דרך המלך ״in der getreuen Observanz Alles dessen, was unsere Väter beobachteten, liegt die Erhaltung der Religion", meinten sie und mit größerm oder geringer!» Eifer, aber mit Consequenz und selbst mit Aufopferung, hielten sie an diesem Grundsätze fest. Andere forschten über Ursprung und Fortentwickelung mancher religiösen Gebräuche und Ritualien, und suchten zu ergründen, was etwa im Interesse der Religion daran zu ändern oder zu modificiren sei. Noch Andere 28»

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