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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
[Rezension]
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Reeensionen und Anzeigen. 355 und Pesikta ein. Reser. stehet fast an nach solcher Darlegung ausgebreiteter Gelehrsamkeit und des glänzendsten Scharssinns eine Meinung zu äußern: und dennoch kann er eine Frage nicht unterdrücken. Daß auch Vormittags, ja hier zumeist, Deraschot, halachische und hagadische stattgefunden, wird wohl nicht streitig gemacht werden; und diese soll- Len nicht mit einer פתיהה begleitet gewesen sein? Diese פתה, die doch gewiß noch in größerer Anzahl als die Nachmittags NNO waren, wohin sind sie alle gekommen, wenn wie Herr N. behauptet die uns im Midrasch vorliegenden NNO dem Meichagottesdienste angehören? Herrn R. haben während er diesen Artikel schriedie ״Vorstudien" des Res. nicht Vorgelegen: er würde sie nach seiner ihn ungemein ehrenden Bescheidenheit, die in ihm den wahrhaften humanen Gelehrten bewundern lehrt, die dort aufgestellte Ansicht über Hastara mancher Beachtung gewürdigt haben. Nef. wagt das dort Ausgesprochene neben der geistreichen Auffassung des Herrn Vers, anzuführen und Manches noch weiter zu erläutern, vielleicht wird hierdurch Einiges das Herr R. auffallend findet schwinden. Res. wies daselbst S. 48 die verbreitete Meinung über die Entstehung der Haftara aus den Zeiten des Antiochus mit den Gründen des Herrn N. und noch anderen zurück: die Hastara hat einen ganz dem jüdischen Geiste gemäßen Ursprung und eine ihm entsprechende Fortentwickelung. Der jüdische Geist liebt das Frappante, das geistig Electrisirende: der Jude ist nicht ein verweichlichter Gemüthsmensch, dem man mit alleiniger moralischer Breite genügt; es muß in dem was er hört Anregendes liegen. Zeigt es sich doch schon so in den Wortspielen der Propheten: ויקר למשפט והנח משפה וכר מבית לעפרה עפר התפלשי und sonst, ׳und die Propheten haschten wahrlich nicht nach Effect und Wortspielen, sondern sie erkannten das Bedürsniß ihrer Zuhörer. Schon in sehr früher Zeit, bald nach der Einführung der Penlateuchvorlesung am Sabbat, die sich etwa bis auf Esra hinaufziehet, eröffnete man die Vorträge die diese Vorlesungen begleiteten, mit Einleitungen aus den Propheten, d. i. man begann mit einer dem verlesenen Thoraabschnitte entsprechenden Prophetenstelle: die Aufmerksamkeit wurde hierdurch gespannt, die Aehnlichkeit, die Assonanz frappirte und gewann den Zuhörer. Diese Haftarot waren aber nur aus den Propheten entlehnt, weit sie wie schon von mehreren Gelehrten bemerkt wurde, aus einer Zeit stammen, wo die Hagiographen noch nicht gesammelt und in den Canon ausgenommen waren: ein Umstand, welcher ebenfalls auf ihr hohes Alter hinweiset. An die Stelle der einfachen Vorträge kamen mit der Zeit weiter ausholende Jeraschot: man ließ nun die einfachen Jntroductionen — Haftarot ״־״ fallen, behielt sie nur als ein alt Hergebrachtes bei, A7

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