Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
[Rezension]
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829133-2829143-2851898--00439-2851937
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

352 Reeensionen und Anzeigen. mancher Seite bewährt, nicht zu viel eingeräumt, und darf sie erst nur nach der strengsten Richtung und vielfacher Beweisführung zur Thesis erhoben und als Unterlage eines kritischen Gebäudes genommen werden. Die Beweisführung des Herrn Vers, aus ה״ג' ה' תמורה wo derartige Agadot Vorkommen, scheint nicht zu genügen, da diese Agadot dort wegen der letzten Agada angeführt wird: האי מאן דמיפני וכו׳ (aus Pesachim 111), die mit den Worten schließt: מאי תקנחיה לידרוך ביה המורה durch dieses לידתך רי' תמורה (diese Stelle findet sich im talm. Pesachim nicht) kam diese ganze Agada in ה' המורה. — Fragen wir vielmehr nach dem Medicinischen im Talmud, so findet sich schon in früher Zeit Manches dem, man möchte sagen, ein überirdisches Gewicht beigelegt wird. Schon N. Jsmael ben Elischa läßt sich Manches (Berachot 51) hierüber von dem Engel סוריאל erzählen. Man erkennt bei einigem Nachdenken hier den Essäismus. Die Essäer gaben sich wie aus Josephus bekannt, viel mit Mediein ab, nicht weniger aber mit Angelologie. Bei solchem zweifachen Studium konnte es nicht fehlen, daß eines auf das andere Einfluß übte: die Heilkunde nahm Bestandtheile mystischer Grübelei in sich auf, und so entstanden Wundercuren. So zeigt es sich im Leben der Essäer nach den. Berichten über sie, und pflanzte sich so weiter fort. Darum gewahrt man auch in der Medicinallehre dieser Agadot manche auch dem Laien einleuchtende Heilart, und unmittelbar hierauf eine sympathetische oder mystische Cur. Diese Behandlungsweise ist alt, stammt eigentlich aus Palästina her: und darum nahm sie auch der bab. Talmud auf^). Wir wenden uns nun zu אפטרא אפטרתא (S. 163. 167). Ungemein geistreich ziehet der Herr Vers, die Hastara in das Bereich der Agada. אפטרא ist eine Abschieds — Entlassungsrede; auch Abschicd von Verstorbenen (Leichenrede): und es werden hierfür viele schlagende Beweise gebracht. Nach der sabbatlichen Verlesung der Thora wurde aus den Propheten ein Abschnitt verlesen und erklärt, und hierauf das Volk entlassen. Daher die Benennung אפטרתא: und die Bücher in denen diese prophetischen Stellen mit den agadischen Erklärungen verzeichnet waren hießen 'ספרי דאפטרתא. Herr R. verbreitet sich dann (Artikel אפטרתא) noch weiter über Ursprung und Weise der Hastara: und zeigt, daß in dem Targum zu den Propheten sich noch Stellen finden, die offenbar -auf einen populären Vortrag Hinweisen, sowie man es auch in dem Targum jeruschälmi zum Pentat. wahrnimmt; die Stellen die an Feiertagen verlesen wurden beginnen mit עמי בני ישראל» —• Wir wollen uns hier einen Ruhepunkt gönnen. Der Herr Vers. 5) Der jer. Talm. hat das Medicinische seltener, weil er mit weniger Ruße redigirt wurde. Worüber mehr in den k. Heften.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.