Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Reeensionen und Anzeigen. 34S schon Simon gelehrter und daher vom sterbenden Vater zuerst genannt). Endlich: ״Chanina bar Chama soll an der Spitze (der Jeschiba, wie Naschi erklärt, des Bet Hammidrasch) sitzen", also gleichsam אב״ף: und so finden sich hier wieder die drei Würden: נשיא ,אב״ד ,תכם hergestellt. — Doch diese Würden erlöschen bald und es bleibt nur das Nasiat zurück, das mit dem letzten Gamaliel unter Honorius aushörte. — Dieses für Palästina; für Babylon, vorzüglich für die Zeit der Geonim ist beim Herrn Vers, zu vergleichen. Wir gehen nun zu dem Artikel אגדת (S. 6 ff.) und den sich enge an ihn anschließenden: אפטרא אפטרתא• Der Artikel!אגרד erfreuet durch Klarheit und lichtvolle Anordnung: Merkmale des in sich zur Einigung gekommenen und den Stoff beherrschenden hervorragenden Geistes, die auch in andern Artikeln hervortreten. Nicht minder erquickend ist aber auch die Glaubenswcirme, die hier und an anderen Seiten durchbricht, wo je der Verf. Gelegenheit findet über die großen Hoffnungen des Judenthums und seine wunderbare Erhaltung zu sprechen: und wie wohlthuend wenn mit solchem Geiste sich solche Gemüthstiefe verbindet. — Herr N. läßt sich mit Recht weniger auf das Wesen der Agada ein, und verweiset auf Zunz' Gottesdienstliche Vorträge; er beschreibt sie in kürzen Umrissen und gehet bald zu dem über, was unter Agada begriffen war, und die Weise, wie sie ausgezeichnet wurde. Der Auszeichnung waren jedoch mehrere Lehrer abhold, da sie Anlaß zu Mißverständnissen und Mißdeutungen geben konnten: obschon dieselben Lehrer gern Gebrauch von der mündlichen Agada machten. Neben der eigentlichen Agada gab es aber noch apokryphische Agadot (אגדות ת2וגדת) und von diesen die reich an Märchen und sonstigem Unsinne sind kamen mehrere in späterer Zeit in den Talmud. Es wird dann auch über diätetische und allgemeine Lebensregeln enthaltende Agadot gesprochen: und verweisen wir auf diesen belehrenden Artikel selbst. — Sehr ersreulich ist gleich zu Eingänge, daß der Herr Verf. die Etymologie אגדת von äyad-öv (Kerem Chemed Th. 3 S. 49) ausgegeben zu haben scheint: die Nadir ist נגד• Zuweilen kommt אגדה, zuweilen הגדת vor, wie auch der Herr Verf. Beides an die Spitze des Artikels stellt: im jerns. Talmud begegnet man fast ausschließlich אגדת, im babyl. Talmud zumeist תגדת. So zeigt es sich auch in andern Wörtern: im babyl. T. תדקגוס jer. T. אדקנוס (Nasch Haschana 2, 6. 8). Die Ursache scheint in der gehauchteren Aussprache der Babylonier (vgl. Frankel. Vorstudien zu der Septuaginta S. 101) zu liegen, obschon in vielen andern Wörtern sich bei א und 'ת das entgegengesetzte Verhaltniß herausstellt (das.). — Der Herr Vers, nimmt Agada in der ganzen spätern Ausdehnung: ursprünglich scheint jedoch die Benennung Agada nur