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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
Briefe aus Paris
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Briefe aus Paris. 337 dieser Zahl ihr Kontingent geliefert, doch so, daß das deutsch-jüdische Element das vorherrschende geworden ist. Nach wo immer der Wind die zerstreuten Elemente Israels Hintrieb, von da hat sie die Freiheit wieder auf Frankreichs gastfreundlichem Boden vereinigt, und orientalische wie oceidentalische Israeliten, der Jude im Talar wie im europäischen Anzuge, Aschkenast nicht minder wie Sefardi haben Recht und Gesetz im Hauptorte der Weltbewegungen neuerer Zeit gesunden. Wer nur immer an der Lebenskrästigkeit des jüdischen Stammes zweifelt, der komme nach Paris und sehe, wie diese verschiedenartigen Zweige, die nichts als den Namen Jude unter sich gemein haben, im Laufe weniger Jahre sich erkennen, vereinigen und ein Ganzes bilden, um Anstallen aller Art zu gründen, zu befestigen, zu erhalten und zu entwickeln; und einen Geist verrathen, der durch seine Leistungen zeigt, wessen Kind er ist. Lehre und Leben der Juden breiteten sich aus, Gebet und Unterricht suchten und fanden ihre Stätte, Sinn für Wohlthätigkeit und Theilnähme riesen gar viele Vereine ins Leben, welche in ihrem wahren Lichte zur Anerkennung und Nachahmung zu bringen, Zweck dieser und der nächstfolgenden Briese sein soll.— Beginnen wir mit dem Bethause. In einem kleinen Zimmer einer ärmlichen Straße eines entlegenen Stadttheiles kamen vor etwa mehr als sechzig Jahren, kaum geduldet, einige dreißig Juden an Sabbat- und Festtagen zusammen, um den Gott Israels nach heiliger Sitte und in althergebrachter Weise zu loben und zu heiligen, und seinen väterlichen Schutz für die verlassenen Schafe zu erflehen. Zwanzig Jahre später vereinigten sich die- Abgesandten sämmtlicher Juden des Reichs in der etwas geräumigern Synagoge der Straße St. Avoye, um dem damaligen Weltbeherrscher für die Zusammenrufung des Sanhedrins zu danken; unter der Restauration gestattete eine königliche Ordonnanz den pariser Juden, in der Straße Notre Dame de Nazareth einen Tempel für die größer gewordene Gemeinde aus ihre Kosten zu bauen. Den L. April 1852, am Vorabende des Pesachfestes 5612, feierten die Juden der französischen Hauptstadt die Einweihung eines prächtigen Vethauses, behufs dessen Staat und Stadt einen Beitrag von zweimal hunderttausend Franken dergestalt bewilligt hatten, daß das jüdische Confistorium Eigenthümer des Gebäudes verbleibt, in Gegenwart des Präfecten und Verwaltungsrathes und im Beisein sämmtlicher jüdischen Corporationen. So. schnell, war der Umschwung der Ideen in diesem Lande, daß da, wo früher eine jede rechtliche Anerkennung mangelte, jetzt eine thätige Teilnahme sich auf das Augenschein-!ich ste offenbarte« Mid Recht und Würde hob Oberrabbiner Isidor,

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