Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1852)
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1852-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Bilder ans dem Leben und Wirken der Rabbiner. 333 auch Trajans eiserne Strenge nicht direct gegen die Religion gerichtet gewesen sein, so war diese doch uiit dein Leben der Juden so verschmolzen, daß sie gewiß mit getroffen wurde; so kannte man doch ihren Einfluß zu sehr, um ihr nicht auch die Schuld an Verirrungen aufznbürden; überdies waren damals die meisten Inden von Bedeutung zugleich Rabbineu, so daß was sie traf zugleich auch die Religion mit berühren mußte. Aber es scheint (wie auch Jost vermuthet), daß schon von Trajan Verfolgungen gegen die Religion ausgingen. Hat doch R. Elieser ben Hyrcan, der vor dem Ausbruche der Verschwörung des Bar Cochba starb, verordnet, daß man zur Zeit der Gefahr (wenn die Beschneidung untersagt ist), das Beschneiduugsmesser am Sabbat verdeckt bringen möge! Und erzählt R. Jehuda in seinem Namen: Man pflegte zur Zeit der Gefahr das Beschneiduugsmesser verdeckt zu bringen! (Sabbat 130s). Es muß also schon zu seiner Zeit die Beschneidung untersagt wvrdem sein. Bezeichnend genug sind die Klagen R. Gamaliel's (Esther Rabba 1). ״Seitdem falsche Richter überhand nahmen, vermehrten sich die falschen Zeugen;, seitdem die Angeber überhand nahmen, wurde Israel den Erpressungen preisgegeben; seitdem die Frechheit über- Hand nahm, wandte sich Glanz und Ehre von den Menschen; weil die Söhne Gottes (Israel) schlecht handelten gegen ihren Later im Himmel, stellte er einen bösen König gegen sie auf, um sie zu strafen." Um die Beziehung nicht zu deutlich zu machen, wird hinzugefügt: איזה זה אהשוחש!. Ja es scheint sogar, daß R. Gamaliel selbst durch die erwähnten Delatoren gelitten habe; denn, wie erzählt wird, war er nahe daran, umgebracht zu werden und wurde wahrscheinlich nur durch die Flucht gerettet. Talmud Taanit 29a erzählt: Als Rufus den Tempel zerstörte (wahrscheinlich die Trümmer des Tempels niederriß), wurde über R. Gamaliel der Tod verhängt. Da kam ein Vornehmer in das Lehrhaus und rief: der Nasi wird verlangt"). 9) בעל הוזוטם מתבקש Dieses O'O'NN )בעי bietet große Schwierigkeiten. Wir glauben, daß man בעל החותם (Siegelinhaber — Nasi) lesen müsse. Im Talmud jerus. Abeba sara perek 3 heißt es nämlich: N. Chanina ben Gamaliel erzählt: Meine Vorsahren bedienten sich eines Petschaftes mit einem Bildnisse <was wegen Entfernung den Götzendienst verbeten war). Vermuthlich hat man dies ihnen als Patriarchen, wie so manches Andere, gestattet, weil sie, als römische Beamtete, in ihren Decumcnten das Siegel der Noma anwenden mußten. Man konnte daher den Nasi recht wohl den Stegelführer 0N1NN בעל nennen.