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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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330 Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbiner. maliel, Salome (אמא שלום), wohnte in der Nachbarschaft eines christlichen Philosophen (vielleicht Rechtsgelehrten), der sich den Ruf der Unbestechlichkeit zu erwerben wußte, ohne jedoch diesen durch die That zu rechtfertigen. Um ihn zu entlarven brachte sie ihm einen goldenen Leuchter und legte ihm zugleich die Frage vor, ob sie nicht mit ihrem Bruder das väterliche Erbe zu theilen berechtigt wäre. Allerdings müßt Ihr theilen, war die Antwort. — Aber die Schrift sagt, erwiderte sie, daß die Tochter nicht erbt, wenn ein Sohn vorhanden. — Seit Euerm Exil, war die Antwort, seid Ihr des Gesetzes Mosis ledig und wurde Euch eine neue Lehre gegeben (das Evangelium), welche sagt, Sohn und Tochter erben zusammen Des andern Tages brachte R. Gamaliel dem Weisen einen weißen Esel zum Geschenk. Nun hieß es: Sehet, was weiter im Buche (Evangel.) steht: ״Ich bin nicht gekommen die Lehre Mosis zu verkürzen, sondern zu verstärken." Diese aber versagt der Tochter zu erben, wo ein Sohn vorhanden. — Dein Licht möge leuchten wie ein Leuchter! deutete die Schwester R. GamalielS an. Schon kam der Esel und hat es ausgelöscht, erwiderte ihr R. Gamaliel (Sabbat 116b).— Mit treffenden Antworten wußte er auch Neckereien der Heiden niederzuschlagen, wie uns Talmud Spnhedrin 39 viele berichtet werden. Unter Andern sagt der Heide: Euer Gott ist bei der Schöpfung des Weibes gleich einem Diebe zu Werke gegangen, indem er dem Adam heimlich die Ribbe nahm. Hierauf bittet ihn die Tochter des R. Gamal, um Gerechtigkeit gegen Räuber, die ihr einen silbernen Krug gestohlen und dafür einen goldenen hingesetzt hätten. Solches Unglück, meinte der Heide, möge uns täglich widerfahren. Nun denn, antwortete sie, so durste sich auch Adam nur freuen, daß ihm eine Ribbe genommen und eine Frau dafür gegeben wurde. — Aber warum geschah Dies heimlich! — Weil Adam nicht den rohen Stoff sehen, sondern mit der vollendeten Schönheit überrascht werden sollte. — Ein Heide, heißt es (Midr. Rabba 4. B. M. 12) fragte den N. Gamaliel: Wie kommt es, daß Euer Gott sich im Dornbüsche, dem verächtlichen Baume, dem Mose offenbarte? Du könntest zwar, erwiderte 8k. G-, nicht minder fragen, wenn es ein anderer Baum, etwa ein Feigenbaum gewesen wäre: Warum dieser? Allein um Dir dennoch eine Antwort zu geben, so lehrt Dich Dieses, daß kein Raum so gering ist, daß sich nicht die Allgegenwart Gottes darin zeigte, da selbst in dem Dornbüsche Moses die Offenbarung Gottes erblickte. Wieder einmal finden wir ihn in Disput mit einem heidnischen Philosophen, welcher ihn mit den Worten anredete: Ein großer

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