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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbiner. 329 findet, dürste nur momentan gewesen sein und hat nichts Auffallendes, da wir aus Mischna Erub. perek 10, 10 ersehen, daß noch vor R. Gamal, in Liberias eine Gemeinde existirt hat (!כנסר שבטברי') bei welcher R. Gamal, und die Aeltesten einen früher dort eingeführten Brauch in Betreff des Sabbats adänderten. Daß R. Gamal, auch im Ruse eines Kabbalisten stand, geht aus Erubin 64 באותה שעה למדנו כד hervor, daher er auch gleich R. Akiba das ״hohe Lied" so erhebt, daß er es den Engeln zuschreibt (Rabba, hohes Lied 40), auch der hyperbolischen Agada war er nicht abhold (vgl. Sabbat 30). Nichts destoweniger war er sehr freundlicher Natur, umgänglich mit Jedermann, und schreckte Niemanden ab, der zu wissen begehrte. Sv läßt er und sein Freund R. Jose sich mit Veluria, einer Proselytin«) in einen Disput über den scheinbaren Widerspruch in der Schrift ein, weil es an einer Stelle (4. B. M. 6) heiße, Gott nimmt kein Ansehen auf (verzeiht nicht), in einer andern aber (3. B. M. 10) Gott wird sein Antlitz Dir zuwenden (verzeihen), ist. Jose erwidert hierauf: Letzteres sichert? die Verzeihung für Sünden gegen Gott zu, während Ersteres dem Sünder gegen den Nächsten die Vergebung Gottes übspricht, es sei denn, er habe erst den Nächsten um Verzeihung gebeten (Rosch haschana 16 b). Um wie viel freundlicher dieses Verhalten gegen eine Proselytin, als das R. ElieserS gegen eine weise Frau,אשד הכמה, die er auf ihre kluge Frage mit den Worten absertigt: die Weisheit der Frau bleibe beim Spinnrocken? (Joma 66 b). — Seine Gelassenheit und seine treffenden Antworten bewähren sich in der That in seinen häufigen Gesprächen mit Sadducäern, sowie mit christlichen und heidnischen Philosophen, mit denen er viel verkehrte; und wir glauben dem Leser nicht lästig zu fallen, wenn wir hier einige Proben davon mittheilen. Wir beginnen mit einer Anekdote, welche uns seine Gewandtheit in der Entlarvung der Heuchler zeigt. Die Gattin des R. Eliescr b. Hyrcan und Schwester des R. Ga- K) Wir begegnen in diesen Zeiten nicht selten Proselyten im Judenthume. Bekannt ist der berühmte Prosclvt OnkeloS, Schüler des R. Gamal.; ingleichen Keiia bar Schallen!!, nach Grätz ״Die Reise der vier Tanaiien nach Nom";5. Hest) Clement-, von den Kirchenvätern als christlicher Heiliger in Beschlag genommen. Ueberhaupt war der Nebertritt zum Iudenthum nichts Seltenes, wie der tlebcrtritt des Königs MonbaS von Adiabene und der Helena, des Aziz, Fürsten von Cmesa (um 4l> n. d. übl. Zeitrechnung), und Anderer beweisen, und wie uns Josephns in seiner Apologie gegen Apivn berichtet Vergl. die Uebersetznng derselben vom Herrn Nedacteur, in dieser Zeitschrift. S- 97 und Anm. 7 daselbst.

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