Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1852)
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1852-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbiner. m NNfteHthaltUug der Autorität und der Vermeidung jeder Schwankuiig und Spaltung spricht sich auch in seinem (Abot 1, '16) uns mitgetheilten Grundsätze aus: Verschaffe Dir einen Lehrer, (d. h. stütze Dich nicht auf Dich selbst, sondern lasse Dich von Lehrern zurechtweiseu und die Tradition Dir zur Norm dienen) und entziehe Dich dein Zweifel (richte Dich nach Deinem Lehrer, daß keine Schwankung im religiösen Leben Statt finde). Vielleicht ist auch der Satz: ״GMÜhne Dich nicht nach dem ungefähren Dafürhalten zu verzehuten" außer feiner nächsten speciellen Bedeutung allgemein zu fassen: Lasse in religiösen Vorschriften nicht dem Dafürhalten einen zu großen Spielraums. Von diesem seinem Grundsätze ging R, Gamaliel nicht ab und es gelang ihm durch die allgemeine Anerkennung seiner Gelehrsamkeit iSynhedr. 31 b) sich Autorität zu sichernwiewohl seine Genossen N. Josua zu Pekin, R. Weser W- Lydda, und R. Akiba zu Bene Berak, neben ihm als Muster Mch- Meister in Israel sich behaupteten. R. Gam. war aber nicht nur im Gesetze gelehrt, sondern besaß auch bedeutende astronomische Kenntnisse Gehe oben), gab sich mit der Meßkunst ab (E-rubin 63) undverschmähete, wie es scheint, auch die Lektüre der im Allgemeinen nicht gebilligten Schriften nicht. So wird (Sabbat 115») erzählt,, Abba Chalesta, Vater des R. Jose, welcher Genosse des R. Gam. II. war, wäre zu R. Gamaliel Beribi (dem hochgelehrten) nach Tiberias gegangen und hätte ihn am Tische des Jochanan kMnasuk (Gebannten?) gefunden, wie er mit der Lectüre eines Targum zum Buche Hiob beschäftigt war; woraus er ihm bemerkte : Ich erinnere mich, wie Dein Großvater N. Gam. (d. Aelterc) einst aufdem Tempelberge stand, und man ihm das Targum zu Hiob brachte, dieser aber es zu vergraben befahl. Sofortließ es auch R. Gamal, vergraben. Daß man hier R. Gamal, zu Tiberias S) Wir. haben im fünften Hefte ״R. Jochan. b. Saccai" die 17. Mischna vp )MW für שמעון בן הלל angenommen, woraus sich auch erklärt, daß nicht הבי hinzugefügt ist, da dieser Titel damals noch nicht Brauch war. Setzen Wir nun Mischna 16 nach dieser, und beziehen sie aus N. Gamal. II. und Mischna 18 auf dessen Sohn, so wären R. G. der Acltcre und sein Sohn übergangen, was nicht anffällt, da, jedenfalls 2 Glieder in der Kette übergangangen sein müssen. Daß übrigens die Sätze in Abot größtentheils allgemeiner Bedeutung, sind und auf Zeitumstände und Richtschnur des Strebens ihrer Urheber hiydeutc», hat schon der Herr Herausgeber d. Zeitschrist in seinem, ״Lapidarstyl u. s. w״" Heft 7, an einigen Beispielen gezeigt, und vielleicht wird es uns vergönnt sein, in, einem spätern Aufsätze nach diefern Leitfaden die Sentenzen bis auf Hilless zu erläutern.