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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-06-01 · Heft 9 (Juni 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 9 (Juni 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-06-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Bildet aus dein Leben und ptftn der Rabbiner.. 325} test! Heil dem Geschlecht«, wo die Großen auf die Geringen hören!" So edel sich nun hier auch beide Lehrer benommen haben, läßt es sich doch denken, daß diese Demüthigung des R. Josüa. auf seine Freunde und das Volk einen peinlichen Eindruck machen mochte. Es fehlt bei dergleichen Gelegenheiten nie an scheinbar guten Freunden , die auf beiden Seiten das erlöschende Feuer an-, schüren und Reibungen nur zu gern veranlassen, und so bot sich auch hier bald Gelegenheit. Der Priester R. Zadok, erzählt der Talmud (Bechorot 3K), hatte einen Erstling in der Heerde, der sich beim Fressen die Lippen verwundete. Er fragte R. Josua, ob man ihn wohl, da er zu den Gelehrten gehöre, wie einen andern Priester verdächtige, daß er dem Erstling den Fehler etwa selbstgemachte hätte, oder ob man bei dem gelehrten Priester eine Ausnahme mache und ihm traue? R. Josua bejahrte Letzteres^ Derselbe, fragte daun R. Gamaliel und dieser verneinte es. Auf R. Gamaliel's Verlangen wiederholte nun derselbe seine Frage in der Versammlung der Gelehrten: Ist wohl ein Unterschied zwischen einem, gelehrten und nicht gelehrten Priester? Und siehe da Ri Josua verneint. Da redet ihn R. Gamaliel an: Man hat mir ja in Deinem Namen das Gegentheil berichtet! Steh Rede, daß sie gegen Dich zeugen^). R. Josua trat auf und sprach: da mir der Zeuge lebendig gegenübersteht muß ichs wohl zugeben; und R. Gamaliel ließ ihn stehen und trug vor, bis alle Zuhörer nngeduldig und murrend dem Erläuterer R. Chuzpith zuriefen, daß er inne halte. — Es leidet keinen Zweifel, daß hier das Vergehen auf Seite R. Josua'S sein muß, weil er sonst nicht zum Läugnen seine Zuflucht genommen hätte, und daß die Situation des R. Josua gewissermaßen die herbe Zurechtweisung herauSgesordert hat. Es scheint, daß über diese Frage schon im Lehrhause discutirt und beschlossen war, und dennoch R. Josua seiner besonderen Meinung folgte, weshalb er es auch nicht gern im Lehrhaufe eingestand. 5) Fälschlich erklärt Jost (S. 395) die Frage, ob eine Verwundung an״ den Lippen ein Fehler sei, und wir begreifen die Möglichkeit des Mißverstandnisses nicht, wenn man die Stelle nur nachliestכלום חלקנו יבין חבר לעם הארץ;׳ Daß׳ die Verwundung der Lippen ein Fehler sei, ist außer Zweifel. S.Glttin5 6 Auch' ist dieser Vorfall nicht (wie bei Jost erwähnt) vor dem von ק1וש ׳החדש' vorgekom'men »vorauf bei der Auffassung viel ankömmtj, sondern dies erfolgte erst nach׳ .jener Dissenston. Die Ordnung׳ in'Berachot 27b ist: ראש ׳השנה אשתקד צעריד. בכור במעשה דד צדוק צעריה וכו 6) Wir begreifen nicht, warum Tosafot das ויעידו בך mißbilligt. Älterdings sollte man gegen seine Aussage vor N. G. zeugen und ihn des Widers spruchs zeihen.

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