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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-05-01 · Heft 8 (Mai 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 8 (Mai 1852)
Article
Jüdisch-geschichtliche Studien
Date
1852-05-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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318 Wissenschaftliche Aufsatze. genden Zweifel des Nasi zu beschwichtigen5 6). Und mit diesem Zuge ist uns der Schlüssel gegeben, wie die Sache zu den Zusätzen gekommen ist. In der Mechilta ist es ein einfacher N. Simon und ein einfache^' N. Jsmael, die in der angstvollen Todesstunde ohne Umstände ihre Zweifel und Trostgründe anstaufchen, und da. ist nichts Ausfallendes daran, daß N. Simon verzweifelt und R. Jsmael ihn belehrt und beruhigt. Wenn aber dieser N. Simon zum Patriarchen, zum Hauptausleger des Gesetzes erhoben wird, der keiner Belehrung bedarf: so erscheint die einfache Darstellung anstößig. Dieses Anstößige will nun die Sage vermeiden, entweder dadurch, daß R. Jsmael der Verzweifeinde war, und der Nasi habe ihn durch Betrachtung seines nicht ganz sündenfreien Lebens belehrt (Ebel Nabbati), oder dadurch, daß R. Jsmael im bescheidenen Tone erst um Entschuldigung bittet, gegen den Nasi einen kleinen Tadel aussprechen zu wollen (Abot 3 N. N.).— Es wird nun aus dieser Untersuchung klar sein, daß der Mechiltabericht durchaus den Charakter des Ursprünglichen, Echten, Historischen an sich trägt, so wie daß die andern beiden Berichte nur Ausmalungen und Ueberarbeitung verrathen, daß wir es also nicht mit dem Nasi R. Simon ben Gamaliel zu thnn haben, sondern mit einem andern N. Simon, der gleichzeitig mit R. Akiba dem Märtyrerthum verfallen ist. Wir besitzen aber noch andere Beweise, die dasselbe Resultat liefern. An fünf verschiedenen Stellen der Lalmudischen Literatur, sowohl in pa-!ästinenfischen, wie in bibliscben Sammlungen wird von einer Prophe- Zeiung Samnells, des Jüngern (שמואל הקטון) auf seinem TodLenbette erzählt, die auch auf unsere Frage Licht wirft. Sagen wir es aber von vorn herein, daß man diese merkwürdige Prophezeiung für durchaus acht halten muß, trotz aller Skeptiker und Spötter. Dafür spricht nicht nur der gleichlautende Inhalt in den fünf verschiedenen Quellen, sondern der naive Zusatz im Jeruschalmi: ״Samuel sprach diese prophetischen Worte in aramäischer Sprache und die Zuhörer wußten nicht, was er damit sagen wollte." Diese kurzen, inhaltschweren Worte lau- Men6): ״Simon und Jsmael zur Vernichtung, ihre Genossen zum Tode, das übrige Volk zur Beute, große Drangsale werden kommen." Man erklärt sehr richtig, daß unter den Genos- 5) (Abot de R. Nathan 38). א״ל ד ישמעאל רצונך שאומר דבר לפניך א״ל ר״ש אפור — 0) שמעון וישמעאל לחרבה וחברותי לקמלא ושאר כל עמא לביזא ועקין סגיאין יהויין. (Tosifta Sota 13.; Jerus. das. Ende; Babli das. 48♦; Synhedrin II.; Ebel Nabbati VIII.) Jerus. hat den Zusatz: ולא ידעי מר, אמר Daselbst fehlt zwar der Haupibeweißsatz לקטלא; allein er findet sich in der Tosifta, einer ebenfalls palästinensischen Sammlung.

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