Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1852)
- Article
- Jüdisch-geschichtliche Studien
- Date
- 1852-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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310 28־ iffenschaftliche Aufsätze. Doch -nicht dieses Kluibad und diese Verwüstung ist das Charakte-- ristische der Hadrianischeu Verfolgung; das sind unausbleibliche Folgen jedes erbitterten Krieges, m auf Tod und Leben gekämpft wird. Aber-nach der-Hetzjagd kamen die Maßregeln, die kaiserlichen Deerete, hinter denen der Henker mit dem Beil stand, und dieses ist eben die eigenthümliche Seite, wodurch die Hadrianische Verfolgung von vielen andern Verfolgungen der jüdischen Geschichte sich scharf unterscheidet. Die Hadrianische Politik fühlte es, daß der gefährliche Feind, der dem römischen Reiche so viele Sorgen und Kämpft verursacht hatte, nicht mit dem letzten jüdischen Kriege erlegt war; der Feind schien ihm unsterblich, unbesiegbar, ft lange jener glühende jüdische Patriotismus nicht gedämpft würde, der mehrmals nach dem Untergänge des Tempels den Besiegten unverdrossen und ungeschwächt das Schwert in die Hand gedrückt hatte. Der jüdische Patriotismus aber wurzelte tief in der Anhänglichkeit an das j ü d i s ch e Gesetz, das hatte ihn die Erfahrung hinlänglich gelehrt, und wenn er es nicht gewußt hatte, so gaben es ihm die Verräther ein. Hätte uns die Lalmudische Literatur nicht die Apostasie Achers aufbewahrt, die bis zur Verachtung und Aechtung des Gesetzes und Verfolgung der Gesetzesanhänger ausartete, so würden uns einige fragmentarische Andeutungen in den Midraschim die Thatsachen bestätigt haben, daß ab gefallene Juden die Spione und Angeber ihrer Brüder ab gaben. Es wird sich später eine Gelegenheit bieten, eine solche Nachricht herbeizubriugen. Die mannigfaltigen Secten und Religionsparteien, die gerade in derHadrianischen Zeit aus dem Schooße des jungen ChristenLhums, unter dem gemeinschaftlichen Namen Gnostiker umfaßt hervorgingen, hatten die Einen mehr die Andern!reuiger, gelehrte Inden in den Wirbel hineingezogen, und diese Apostaten hatten nichts Eiligeres zu thun, als durch Angebereien gegen ihre Muttergemeinde die Lossagung von derselben kund zu geben. Die Hadrianische Politik erlangte dadurch die Mittel, noch durchgreifender als AnLiochus Epiphaues auf die Vernichtung des Grundweftus des Judenthums loszusteuern. Selbstherrscher war. Wie auffallend! Auch heiß! es dorr, ein Befehl kam aus Nom, diesen טרביבום zu tobten, was wieder nicht aufTrajan paßt. Man setze aber nur anstatt Trajan seinen Liebling Lucius Quietus, den Trajan ^im Proconsnl über Syrien und Palästina eingesetzt hat, so ist alles in Ordnung. Lucius Q. ist von Hadrian abgesetzt und getodtet worden, dadurch wurden Julianus und PapuS gerettet. Und gerettet sind sic an diesem Lage worden, sonst wäre der Trajanstag nicht, zum Halbftiertaz erhoben worden. Auch sinden wir die beiden Patrioten Julianus und Papus später Lhatt'g (Genesis Nabba 64). Der Zusatz (Taanit 18) ואעפ״ה findet sieh nicht in Megitlat Taa- Nit (12), und soll heißen ואעפ״כ נהרגו, nämlich später. (Jerusal, Megitlat l. 70, verglichen mit Babli Taanit das.)