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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-05-01 · Heft 8 (Mai 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 8 (Mai 1852)
Article
Briefe aus London
Date
1852-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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.Briefe' aus London. %m beus itwb der Glaubensgenossen zn wirken; und diesem Ziele widmet er seit Jahren seine geistigen und weltlichen Kräfte. Mehrere Male zum Sheriff gewählt, ist er nun einer der ältesten Aldmnen der Stadt London: und er ruckt nach der Reihe der Aldermen in zwei oder drei Jahren zum Lordmajor dieser Weltstadt heran. —> Salomons wurde im v. I. in Grenwich als Unterhaus!)! itglied gewählt: er trat ein. der übliche Eid wurde ihm vorgelegt, er verweigerte ihn und erklärte, daß er gesetzlich zu diesem Eide nicht verbunden sei. Das Haus ge» rieth in Ausruhr: die liberalen Mitglieder wie Anstey, Gibson, Roebuck u. A. standen Salomons zur Seite, die Tories und an ihrer Spitze Sir Thesiger, General Attorney im gegenwärtigen Ministerium (man kann hieraus schließen, was von dieser Negierung zu hoffen sei) und manche Halbliberale dränge)! ans Salomons" Entfernung. Salomons trat am anderen Tage wieder ein: und nun mußte der Sprecher erklären, daß dieses eine Verletzung des Parlamentes sei; der Huissier trat hierans zu Salomons, Legte ihm die Hand aus die Schulter: ein Zeichen, daß das Mitglied sich zu entfernen habe. Eine Verletzung des Parlamentes wird in England gleich einem Majestätsverbrechen geach- Let: die Anklage kommt vor die Kingsjetzt Queensbench, und wird der Angeklagte schuldig befunden, so verfällt er nicht nur in große Geldstrafe, sondern gehet auch aller Ehren- und bürgerlichen Rechte verlustig und wird sogar unfähig, Zeugnis abzutegen. Salomons ging also ein großes Wagniß ein: ihn leitete jedoch der Gedanke, daß, erklärt die Queensbench die Anklage für unbegründet, hiermit von den obersten Richtern des Landes ausgesprochen ist, daß der Eid nicht gesetzlich undunbedingt nöihig sei; und dann ist die Emancipationsbill moralisch durchgegangen, und in den Augen des Landes der Jude vollständig emaueipirt. Rothschild und Salomons werden in dieser Session wieder üi'6 Parlament treten: der oberste Gerichtshof hat also nicht zum Nachtheile Salomons' entschieden. Es wird abermals nicht an Stürmen fehlen: allem, da das Recht auf Seite Jener, so wird durch Beharrlichkeit der Widerstand besiegt werden. Das gegenwärtige Ministerium wird zwar keine Bill eiubringen, aber das Land erblickt jetzt schon mit U\u willen die Tories an der Spitze der Negierung. Eine eingebrachtc Bill wird zwar im Oberhause vielleicht mehrere Male durch den Einfluß des Hochtorystischen, Wellington scheitern; doch wird wie in der Katholikenftage das Oberhaus wenn auch widerstrebend endlich nachgeben müssen, da das Haus der Gemeinen, der oberste Gerichtshof, das ganze Land sich für die Emanüpation erklärt. Ich nähre keine sanguinischeu Hoffnungen, und Lheile Ihnen daher nur das Urtheil aller Sach- 3'rauM, M!Möschnfi. 1• 33

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